Zinsentscheid der Fed - US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die amerikanische Notenbank (Fed) tastet den Leitzins nur wenige Tage nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump nicht an.
01.02.2017 21:15
Gebäude der Federal Reserve in Washington, D.C.
Gebäude der Federal Reserve in Washington, D.C.
Bild: Bloomberg

Der Zins liegt damit weiter in einer Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent, wie die Währungshüter am Mittwoch mitteilten. Sie zeichneten ein positives Konjunkturbild, ohne Signale für eine baldige geldpolitische Straffung zu geben.

Die US-Aktienmärkte zogen nach der Fed-Erklärung moderat an, der Dow-Jones-Index drehte ins Plus. Der Dollar gewann zunächst etwas, gab dann aber nach.

Die Fed hatte den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld erst im Dezember angehoben. Angesichts des anhaltenden Aufschwungs in den USA fasste sie damals drei weitere Schritte nach oben für 2017 ins Auge. An den Märkten werden jedoch eher zwei Erhöhungen für wahrscheinlich gehalten.

Viele Investoren erwarten allerdings, dass die bereits rund laufende Konjunktur durch die Politik des am 20. Januar ins Weiße Haus eingezogenen Präsidenten Trump zusätzlich befeuert wird. Er plant radikale Steuersenkungen und Investitionen in Billionenhöhe.

Keine Eile für nächsten Zinsschritt

Die Fed soll Vollbeschäftigung fördern und stabile Preise sichern. Im Begleittext zum einstimmig getroffenen Zinsentscheid weisen die Währungshüter ausdrücklich daraufhin, dass der Stellenaufbau in den USA Fortschritte macht. US-Firmen haben zu Jahresbeginn einen wahren Job-Boom ausgelöst und fast eine Viertel Million Stellen geschaffen, wie eine Umfrage des Arbeitsvermittler ADP ergab.

Was die noch immer unerwünscht niedrige Inflation betrifft, geht die Fed davon aus, dass sie mittelfristig ihr Ziel einer Teuerungsrate von 2,0 Prozent erreichen wird. "Der Fed-Text lässt nicht darauf schließen, dass die US-Notenbank unmittelbar vor dem nächsten Zinsschritt steht", erklärte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.

Notenbankchefin Janet Yellen hat mehrfach betont, dass sie mit höheren Zinsen gegen eine mögliche Überhitzung der Wirtschaft angehen will. "Vorerst dürfte sie noch keinen Handlungsbedarf sehen. Sie wird wohl abwarten, welche Pläne Trump tatsächlich umsetzen will und wie viel davon im politischen Fingerhakeln mit dem Kongress übrig bleibt", äußerte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. 

(Reuters)