Schweizer Börse - Hexensabbat ohne Turbulenzen am SMI

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht zugelegt. Der grosse Verfalltag an der Terminbörse Eurex sorgte zwar für überdurchschnittliche Umsätze, heftige Kursausschläge blieben anders als oft üblich aber aus.
17.03.2017 17:35
Die Aktien der Swisscom waren am Freitag an der Schweizer Börse gesucht.
Die Aktien der Swisscom waren am Freitag an der Schweizer Börse gesucht.
Bild: cash

"Wegen des Future-Verfalls waren die Umsätze im Opening sehr gut", sagte ein Börsianer. Zum Quartalsende laufen am sogenannten Hexensabbat sowohl Optionen als auch Futures auf Aktien und Indizes aus. Der SMI stieg um 0,4 Prozent auf 8699 Punkten.

"Wir haben eine bewegte Woche hinter uns", sagte ein Händler und verwies auf die Zinserhöhung der US-Notenbank sowie die Zinsentscheide anderer Zentralbanken, die Wahlen in Holland und die Zustimmung des britischen Parlaments zur Einleitung des EU-Austritts. "Es sieht ganz nach der nächsten Konsolidierung auf wieder etwas höherem Niveau aus", sagte ein anderer Händler. Impulse könnten vom Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer (G20) am Freitag und Samstag im deutschen Baden-Baden ausgehen, hiess es.

Die Bluechips legten mehrheitlich zu. Bevorzugt wurden Anteile von zyklischen Firmen wie dem Elektrokonzern ABB, der Sanitärfirma Geberit und dem Zementkonzern LafargeHolcim. Auch die Aktien des Personalvermittlers Adecco und des Telekomkonzerns Swisscom reihten sich unter die Gewinner ein.

Geiwnnmitnahmen bei den Finanztiteln

Bei Finanzwerten strichen die Anleger vor dem Wochenende Gewinne ein. Die stärksten Abschläge verzeichnete mit einem Kursminus von 1,1 Prozent die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär. Schwächer waren auch die Grossbanken Credit Suisse und UBS sowie die Versicherer Swiss Life und Swiss Re. Finanzwerte haten zuletzt im Fahrwasser der anziehenden Anleihenrenditen kräftig zugelegt. "Wenn die Zinsen steigen, steigen auch die Zinsmargen der Banken und die Versicherer können die Prämien zu besseren Konditionen anlegen", sagte ein Händler. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch die Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte erhöht und signalisiert, dass sie nun behutsam vorgehen werde.

Auch die beiden schwergewichtigen Pharmawerte Roche und Novartis legten 0,6 und 0,4 Prozent zu. Das dritte Index-Schwergewicht Nestle rückte ebenfalls leicht vor.

Am breiten Markt schnellten die Anteile von Basilea um 6,8 Prozent auf 90,75 Franken hoch. Händler sprachen von Spekulationen über Akquisitionspläne des US-Pharmakonzerns Pfizer, der einer Brokernote zufolge den Therapiebereich Infektionskrankheiten ausbauen wolle. Basilea sei auch aus charttechnischen Überlegungen interessant, sagte ein Händler. "Der Kurs ist deutlich über 80 Franken gestiegen und nun bis 100 bis 110 Franken offen."

AMS gibt etwas nach

Um 1,9 Prozent tiefer waren die Aktien von AMS. Die Chip- und Sensoren-Firma übernimmt den amerikanischen Sensorhersteller Princeton Optronics für vorerst 53,3 Millionen Dollar in bar. Zusätzlich wurden weitere Zahlungen abhängig von der Umsatzentwicklung im laufenden Jahr und 2018 vereinbart. Princeton Optronics erzielt mit 37 Beschäftigten Verkaufserlöse von rund zehn Millionen Dollar und ist profitabel. "Die Übernahme tönt vielversprechend, aber sie ist womöglich etwas teuer", sagte ein Händler. Und AMS habe dieses Jahr bereits kräftig an Wert gewonnen.

Die Vontobel-Aktien stiegen um 2,7 Prozent. UBS hat die Empfehlung für den Vermögensverwalter auf "Buy" von "Neutral" angehoben.

Die Anteile von Bachem zogen drei Prozent an. Der Pharmazulieferer steigerte den Gewinn im vergangenen Jahr auch dank vorteilhafter Wechselkurseinflüsse um 29 Prozent auf 41,2 Millionen Franken und übertraf die Markterwartungen.

Die Aktien von Leonteq stiegen um weitere 3,9 Prozent. Die Anteile hatten am Vortag kräftig angezogen, nachdem Der Einstieg des Investors Rainer-Marc Frey bei der Derivat-Boutique bekanntgeworden war. 

(Reuters)