SMI steigt - Konjunktur- und Zinshoffnungen stützen Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht angezogen. Die Aussicht auf eine anziehende Weltwirtschaft und höhere Zinsen ermutigten die Anleger zu Käufen.
10.03.2017 17:44
Die Aktien der Swisscom stehen am Freitag an der SMI-Spitze.
Die Aktien der Swisscom stehen am Freitag an der SMI-Spitze.
Bild: cash

Der Leitindex SMI stieg um 0,2 Prozent auf 8655 Punkte und notierte damit praktisch auf dem Stand von vor einer Woche. Überraschend starke Daten vom US-Arbeitsmarkt zeigen, dass die amerikanische Wirtschaft auf Hochtouren läuft und untermauerten die Sicht, dass die US-Notenbank die Zinsen am Mittwoch anheben dürfte.

Private Unternehmen und der Staat schufen im Februar in der weltgrössten Volkswirtschaft insgesamt 235.000 Stellen, Experten hatten lediglich mit 190.000 gerechnet. "Eine Zinserhöhung im März ist eine ausgemachte Sache. Der Arbeitsmarktbericht war das letzte Teilchen in dem Puzzle und er enthält nichts, was die Fed dazu bringen dürfte, noch einmal einen Rückzieher von den jüngsten Signalen zu machen", sagte Luke Bartholomew von Aberdeen Asset Management. Am Vortag hatte sich EZB-Chef Mario Draghi optimistisch zu den wirtschaftlichen Aussichten geäussert.

Allerdings herrschte Händlern zufolge unter den Anlegern Zurückhaltung vor, da sie sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollten. Im Blick hatten die Marktteilnehmer vor allem kleine und mittelgrosse Firmen. Bei Mobilezone steigt der langjährige Investor Martin Ebner aus; sein Anlagevehikel Patinex hat die Beteiligung von 17 Prozent zum Verkauf gestellt. Er wolle Patinex mehr auf Wachstum trimmen, sagte Ebner zu Reuters. Der Handy-Händler steigerte vergangenes Jahr den Gewinn auf 36,1 von 30,8 Millionen Franken und schnitt damit besser ab als im Markt erwartet. Die Mobilezone-Aktien notierten auf dem Vortagsniveau.

Leonteq gesucht

Die Aktien von Leonteq schossen um knapp ein Fünftel hoch. Händler sprachen von Übernahmespekulationen. Ein Börsianer erklärte den Kurssprung mit einer technischen Erholung nach starken Kurseinbussen in den vergangenen Monaten.

Kräftige Kursanstiege gab es bei der Banque Rothschild, der Banque Pro Ges und beim Broker Tradition. Anleger honorierten die guten Ergebnisse der Finanzhäuser, sagten Händler.

Dagegen trennten sich die Anleger von Starrag und SFS. Der Maschinenbauer und der Schraubenhersteller legten Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen vor. Die Titel seien stark gestiegen und nun würden Gewinne realisiert, hiess es.

Die Aktien von Sika kletterten um 1,1 Prozent auf 5755 Franken. Bernstein hatte das Kursziel auf 6550 Franken erhöht. Der Broker billigt dem Bauchemie-Konzern bis 2019 ein Kurspotenzial 10.000 Franken zu.

Die Galenica-Aktien stiegen um 1,3 Prozent. Marktteilnehmer spekulieren, dass die Pharma- und Apothekenfirma kommende Woche zusammen mit der Bilanz auch Details zum geplanten Börsengang der Apotheken-Sparte bekanntgeben wird. "Seitdem die ZKB und Vontobel jüngst die Analyse suspendiert haben, gehen wir davon aus, dass dieser Schritt demnächst kommt", sagte ein Händler.

Bankaktien legen zu

Bei den Standardwerten zogen die Bankaktien an. Die Aussicht auf höhere Zinsen lockte Käufer an, hiess es. Die Anteile der Credit Suisse rückten 0,8 Prozent vor und die der GAM Holding stiegen um drei Prozent. Die Fondsgesellschaft Blackrock hält nach Angaben der Schweizer Börse eine Beteiligung von mehr als drei Prozent an GAM.

Für Gesprächsstoff sorgte UBS. Im Geschäftsbericht gab die der Grossbank einen Gewinn von 3,2 Milliarden Franken an und damit rund 100 Millionen Franken weniger als ursprünglich veröffentlicht. Das Geldhaus zahlt Boni von 2,9 Milliarden Franken - 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch Bankchef Sergio Ermotti erhält mit 13,7 Millionen Franken etwas weniger 2015. Die UBS-Titel gewannen 0,4 Prozent an Wert.

Versicherungswerte verbuchten meist moderate Kursgewinne.

Die als Index-Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche tendierten um 0,3 bis 0,6 Prozent fester.

Auch Anteile von zyklischen Firmen wie dem Elektrotechnikkonzern ABB, dem Personalvermittler Adecco, der Sanitärtechnikfirma Geberit, der Inspektionsfirma SGS, des Uhrenkonzerns Swatch und des Luxusgüterherstellers Richemont waren gefragt. 

(Reuters)