Aktien SchweizNestlé hievt den SMI über 8500 Punkte

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht zugelegt. Dabei hat vor allem die schwergewichtige Nestlé-Aktie dafür gesorgt, dass der SMI noch über 8500 Punkte kletterte.
17.02.2017 17:40
Gestern noch für den Taucher an der Schweizer Börse verantwortlich ist Nestlé heute der Tagessieger bei den Bluechips.
Gestern noch für den Taucher an der Schweizer Börse verantwortlich ist Nestlé heute der Tagessieger bei den Bluechips.
Bild: Bloomberg

Bei vielen anderen Standardwerten nahmen die Anleger dagegen vor dem Wochenende Gewinne mit. Sie wollten vor dem in den USA wegen des Feiertages "President's Day" verlängerten Wochenende keine unnötigen Risiken eingehen. Nach den jüngsten Anstiegen tue eine Verschnaufpause ohnehin nur gut, heisst es am Markt.

Der SMI notiert zum Börsenschluss mit 8506 Punkten um 0,5 Prozent höher. Damit befindet sich der Index um 50 Punkte über dem Kursniveau des vergangenen Freitags.

Die Anleger seien verunsichert, ob es nach der Rekordjagd an der Wall Street nicht Zeit für eine Korrektur sei. Krisenherde seien vorhanden, sagen Händler und erwähnen unter anderem die Verhandlungen Griechenlands mit dem IWF über ein Hilfspaket. Auch näherten sich die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden, deren ungewisser Ausgang die Anleger ebenfalls verunsichere. Daher schalteten die Marktteilnehmer einen Gang hinunter, sagt ein Börsianer.

Kraft Heinz bietet für Unilever - die Nestlé-Anleger freuts

Nestlé steigen um 1,9 Prozent. Händler sagen, das Übernahmeangebot des US-Ketchup-Herstellers Kraft Heinz für den rund doppelt so grossen Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzern Unilever sorge für Fantasie im Markt. "Der Sektor galt lange als langweilig und man kaufte die Aktien nur als Obligationenersatz. Nun scheint der Bereich aber für aktivistische Anleger interessant zu werden", sagt ein Händler. Die Nestlé-Aktie war am Vortag 1 Prozent gefallen, weil Analysten beim Jahresabschluss das organische Wachstum als ungenügend kritisiert hatten..

Gefragt waren aber auch die Aktien von Novartis. Der Pharmatitel gewinnt 1,1 Prozent. Rivale Roche kann dagegen nur leicht zulegen. Basilea schwächen sich um 0,5 Prozent ab. Die Bilanz des Arzneimittelherstellers wird am Montag erwartet.

Mit 1 Prozent Kursplus reihen sich auch die Anteile des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan unter die Gewinner. Der Prüfkonzern SGS legt leicht zu.

Die Anteile von Clariant gewinnen 2,2 Prozent. Analysten würdigten den am Vortag vorgelegten Jahresbericht des Chemiekonzerns positiv.

Richemont muss Federn lassen

Die stärksten Abschläge verbuchen die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont mit 2 Prozent. Rivale Swatch wurden um 0,9 Prozent tiefer gehandelt.

Die Anteile der ebenfalls als zyklisch geltenden Firmen ABB, Lafarge-Holcim und Adecco sinken gegen 1 Prozent.

Verluste von gegen 1 Prozent fallen auch bei den Aktien der Grossbank UBS und dem Vermögensverwalter Julius Bär an. Dagegen werden die Anteile der Credit Suisse um 1 Prozent höher bewertet. Der Titel erhielt Rückenwind von Analysten. Morgan Stanley und Merrill Lynch haben die Aktie mit einem Kursziel von jeweils 18,50 Franken zum Kauf empfohlen.

Die Papiere der Versicherer rutschen leicht ab. Swiss Re, deren Ergebnis kommende Woche erwartet wird, sind 0,4 Prozent im Minus. Ein besser als erwartetes Ergebnis und ein unerwartet grosser Aktienrückkauf des deutschen Branchenprimus Allianz konnte den Sektor laut Händlern nicht nachhaltig positiv beeinflussen.

Straumann nach Jahreszahlen gesucht

Am breiten Markt gewinnen die Anteile von Straumann 4 Prozent. Der Hersteller von Dentalimplantaten hatte am Donnerstag den Geschäftsbericht veröffentlicht. Darauf haben unter anderem Credit Suisse, Vontobel, Exane BNP und Kepler Cheuvreux das Kursziel erhöht.

Die Aktien von Leonteq holten nach weiteren Verlusten zu einer Gegenbewegung aus und stehen zum Handelsschluss 3,1 Prozent im Plus. Die Papiere des Derivat-Anbieters standen nach Gewinnwarnungen und einem enttäuschenden Ergebnis unter Druck. Zudem hatte sich vor einer Woche ein grosser Aktionär von seinem Paket getrennt.

Die Aktien von Kudelski fallen um 2,9 Prozent. Händler sprechen von Anschlussverkäufen an die Abgaben vom Vortag. Die Verschlüsselungsfirma hatte am Donnerstag mit einem schwachen Ausblick die Anleger enttäuscht.

Etwas leichter sind die Aktien der St. Galler Kantonalbank. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) beurteilte das Jahresergebnis der Bank als "überraschend robust" und hat den Titel auf "Übergewichten" von "Marktgewichten" hochgestuft.

(Reuters)