Nach Trump-Tweet - Pharmawerte drücken Schweizer Börse ins Minus

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben. Für Druck sorgten vor allem kräftige Kurseinbussen der schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche.
07.03.2017 17:30
Ein Trump-Tweet wirkt als bittere Pille für die Schweizer Pharmaunternehmen.
Ein Trump-Tweet wirkt als bittere Pille für die Schweizer Pharmaunternehmen.
Bild: Bloomberg

Dem Gesundheitssektor machten Händlern zufolge neue Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zu schaffen. Der SMI sank um 0,5 Prozent auf 8624 Zähler.

Die Roche-Titel sanken um 0,8 Prozent, die Novartis-Aktien büssten 1,6 Prozent ein. Er wolle mehr Konkurrenzkampf in der Pharmabranche und geringere Medikamentenpreise twitterte der US-Präsident. "Die Preise für das amerikanische Volk werden deutlich purzeln." Novartis litt Börsianern zufolge zudem darunter, dass Exane BNP die Empfehlung auf "Underperform" von "Neutral" zurücknahm.

Insgesamt verlief das Geschäft Händlern zufolge in ruhigen Bahnen. Der Markt konsolidiere die jüngsten Gewinne. "Die Luft ist langsam etwas dünn geworden", sagte ein Börsianer. Grundsätzlich seien die Anleger weiterhin optimistisch. Stärkere Kursrückgänge würden meist zu Käufen genützt. "Die Liquidität ist vorhanden. Die Anleger warten nur auf eine günstigere Gelegenheit, um einsteigen zu können", sagte ein Händler. Vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank in der kommenden Woche hielten sich die Anleger aber eher zurück. Die Jobdaten werden als ausschlaggebend eingeschätzt, ob die Fed die Zinsen erhöht oder nicht.

Lindt & Sprüngli im Fokus

Im Mittelpunkt standen Firmen, die Ergebnisse veröffentlichten. Die Partizipationsscheine von Lindt & Sprüngli legten 1,1 Prozent zu. Der Hersteller von Edelschokolade hat 2016 den Gewinn um zehn Prozent auf 420 Millionen Franken gesteigert und damit die Analystenerwartungen nur knapp erfüllt. Im laufenden Jahr soll der Umsatz in ähnlichem Tempo zulegen wie vergangenes Jahr. Mittelfristig strebt das Unternehmen weiterhin ein Wachstum aus eigener Kraft von sechs bis acht Prozent an.

Hoch im Kurs standen die Aktien von Also, VP Bank, Logitech und Forbo. Die IT-Vertriebsfirma Also baut ihre Zusammenarbeit mit dem deutschen Media-Markt-Konzern aus. Der Computerzubehör-Hersteller Logitech hat auf einem Investorenanlass Den Rückkauf eigner Aktien für 250 Millionen Dollar angekündigt. Logitech stellte zudem für 2018 ein operatives Ergebnis von 250 bis 260 Millionen Dollar in Aussicht. Mehr Gewinn als erwartetet trieb die VP-Bank-Aktien an. Forbo wartete mit einem guten Ergebnis, einer Dividendenerhöhung und einem Aktienrückkauf-Programm auf.

Eine Dividendenkürzung nach einem schwächer als erwarteten Ergebnis machten den Aktien von Bucher nur vorübergehend zu schaffen. Der Kurs des Kommunalfahrzeug- und Landmaschinen-Bauers lag zuletzt 0,5 Prozent im Plus.

Dagegen trennten sich die Anleger von den PSP-Anteilen. Weniger Gewinn als erwartet und ein verhaltener Geschäftsausblick drückten den Kurs der Immobilienfirma 3,8 Prozent ins Minus.

Bei den Standardwerten erwiesen sich Index-Schwergewicht Nestle mit einem Plus von 0,3 Prozent als Stütze.

UBS schwach

0,75 Prozent schwächer waren die Aktien der Grossbank UBS, die Titel der Credit Suisse sanken 0,4 Prozent. Händler sprachen von einer Konsolidierung der jüngsten Gewinne. Weltweit haben die Finanztitel von den Vorhaben des US-Präsidenten Trump profitiert, die Regulierung drastisch zurückzufahren. Auch die Aussicht auf höhere Zinsen zumindest in den USA half dem Sektor.

Die Anteile von GAM rückten weitere 2,6 Prozent vor. Der aktivistische Investor RBR fordert bei GAM laut einem Insider einen neuen Konzernchef. Der Hedgefonds mache Alexander Friedman für die Probleme bei dem Fondshaus mitverantwortlich, sagte eine mit der Sache vertraute Person.

Bei den zyklischen Werten setzte sich ein positiver Trend durch. ABB, Adecco, Geberit, Clariant, SGS und Swatch zogen an.

(Reuters)