SMI auf ErholungskursPharmawerte und UBS ziehen Schweizer Börse hoch

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch dank der Kursgewinne der schwergewichtigen Pharmawerte und der Grossbank UBS deutlich fester tendiert.
25.01.2017 17:30
UBS-Leuchtkörper an einer Bankfiliale am Talacker in Zürich.
UBS-Leuchtkörper an einer Bankfiliale am Talacker in Zürich.
Bild: cash

Die aktionärsfreundlichen Ankündigungen von Novartis verliehen dem ganzen Sektor laut Händlern positive Impulse. Dazu kamen weitere gute Firmenberichte und Spekulationen auf umfangreiche Konjunkturmassnahmen und Steuersenkungen der neuen US-Regierung. Der erstmalige Anstieg des US-Leitindex Dow Jones über die psychologische Marke von 20'000 Punkten verlieh den Märkten zusätzlich Rückenwind.

Der SMI stieg um 1,7 Prozent auf 8388 Punkte und damit so stark an einem Tag wie seit Mitte Dezember nicht mehr.

Die Aktien von Novartis kletterten um 2,4 Prozent nach oben. Kurstreiber waren laut Händlern ein neues Aktienrückkaufprogramm und die Möglichkeit eines Börsengangs der Augenheilsparte Alcon. Die Zahlen seien in etwa wie erwartet gewesen. "Wie gewohnt gut und langweilig", sagte ein Händler. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um sechs Prozent auf 13,0 Milliarden Dollar.

Im Sog von Novartis rückten auch die Genussscheine von Rivale Roche um 1,5 Prozent vor. Das Ergebnis von Roche wird kommende Woche erwartet. Den beiden Pharmatiteln war rund die Hälfte des Indexgewinns von rund 100 Punkten geschuldet.

Die Aktien des Übernahmeziels Actelion machten mit einem Plus von 2 Prozent einen Teil der Gewinnmitnahmen vom Vortag wett.

LafargeHolcim und ABB im Aufwind

Die Hoffnung auf steigende Infrastrukturausgaben in den USA hob die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim um 3,4 Prozent. Der Titel von ABB stieg um 2,8 Prozent. Ausserdem hatte RBC den Titel des Elektrotechnikkonzerns auf "Outperform" von "Sector perform" hochgestuft.

Die Aktien der Banken tendierten deutlich höher. Bei den Grossbanken waren die Papiere der Credit Suisse um 4 Prozent höher und UBS stiegen um 2,5 Prozent. UBS informiert am Freitag über das vergangene Jahr. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen um 61 Prozent tieferen Quartalsgewinn von 372 Millionen Franken.

Die Versicherungsaktien zogen stark an. Zurich fielen mit einem Plus von 3,5 Prozent auf. Exane BNP stufte den Titel auf "Outperform" von "Marketperform" hoch.

Einen Kurssprung um über 15 Prozent auf 29 Franken vollführten die Aktien von Logitech. Zeitweise notierte der Kurs mit 29,90 Franken auf dem höchsten Stand seit 2008. Der Hersteller von Zusatzgeräten für Computer und Unterhaltungselektronik hat nach einem unerwartet starken Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal seine Prognose angehoben. Dies sei das stärkste Quartal in der Firmengeschichte, hiess es in einem Kommentar der Bank Vontobel.

Lonza konnten die Tageshöchstkurse nicht halten und waren zuletzt noch um 1,3 Prozent fester. Der Pharmazulieferer steigerte seinen Betriebsgewinn (Kern-Ebit) im vergangenen Jahr stärker als von Analysten erwartet um 24 Prozent auf 651 Millionen Franken. Für 2017 erwartet der Pharmazulieferer - ohne Berücksichtigung der geplanten Übernahme von Capsugel - ein zweistelliges Ergebniswachstum.

Leicht höhere Kurse verzeichneten die Aktien von Barry Callebaut. Der Schokoladenhersteller hat trotz des weltweit gedämpften Schokoladekonsums im ersten Geschäftsquartal 2016/2017 den Umsatz in Lokalwährungen um 3,2 Prozent auf 1,89 Milliarden Franken gesteigert. Die weiteren Aussichten beurteilt die Firma zuversichtlich. "Wir erwarten beim Volumenwachstum eine Beschleunigung im zweiten Halbjahr", sagte Konzernchef Antoine de Saint-Affrique.

Auch andere Nahrungsmittelwerte schwächten sich ab: Lindt& Sprüngli sanken um 0,4 Prozent und Emmi um 0,3 Prozent. Nestlé konnte sich mit 0,6 Prozent ins Plus retten.

Die Aktien von Aryzta sackten weitere 6,1 Prozent ab. Der Backwarenhersteller hatte am Vortag eine Gewinnwarnung ausgesprochen und Analysten revidierten danach ihre Kursziele und Empfehlungen nach unten. Der Titel war am Dienstag um fast ein Drittel eingebrochen.

Die Titel des Uhrenkonzerns Swatch rückten mit Rückenwind einer Kaufempfehlung um 2,4 Prozent auf 356 Franken vor. Die Deutsche Bank hat den Titel mit einem Kursziel von 415 Franken auf "Buy" von "Hold" hochgestuft. Die Anteile von Konkurrent Richemont zogen um 2,2 Prozent an. Impulse für die Luxusgüterhersteller sind am Donnerstag zu erwarten, wenn die Uhrenexporte für Dezember veröffentlicht werden. 

(Reuters)