Politische Verunsicherung lastet auf Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Montag im Einklang mit anderen europäischen Märkten schwächer tendiert.
16.01.2017 17:46
Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt rot.

Die politische Unsicherheit trübte die Stimmung und führte zu Gewinnmitnahmen bei Bank- und Pharmawerten, die am Freitag kräftig angezogen hatten, sagten Händler. Der Leitindex SMI büsste 1,1 Prozent auf 8363 Punkte ein und büsste damit den Vorwochengewinn zu einem Grossteil wieder ein.

"Die Stimmung ist gedrückt", sagte ein Händler. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens, die Möglichkeit eines harten Brexit und die Angst, der neue US-Präsidenten Donald Trump könnte einen Handelskrieg schüren, trübten das Bild. Zudem waren die Vorgaben aus Fernost negativ und Impulse aus den USA blieben wegen des Martin-Luther-King-Feiertags, an dem die Finanzmärkte geschlossen waren, aus. Deswegen hielten sich die Marktteilnehmer bedeckt, sagte ein Börsianer. "Ab morgen werden wir dann wieder gut mit Firmenbilanzen und Konjunkturzahlen eingedeckt", sagte ein Händler.

Aus charttechnischer Sicht dürfte Markt allerdings weiter steigen. Nachdem der Widerstand um 8300 Punkte überwunden sei, habe sich der Ausblick mittelfristig aufgehellt, schrieb die Zürcher Kantonalbank (ZKB). In den kommenden ein bis zwei Monaten dürfte der SMI seine Aufwärtsbewegung Richtung 8600 Punkte fortsetzen.

Banken schwach

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS fielen je 1,7 Prozent. Besser schlugen sich die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel, die sich nur geringfügig abschwächten. Die Bankaktien waren am Freitag im Fahrwasser von besser als erwarteten Ergebnissen der US-Konkurrenten kräftig gestiegen.

Die Versicherungstitel fielen meist um rund ein Prozent. Swiss Re büssten nach einer Kaufempfehlung der UBS 2,7 Prozent ein.

Die Anteile der als krisensicher geltenden Pharmawerte Novartis und Roche büssten 1,2 und 1,4 Prozent ein. "Nach der Erholung zum Vorwochenschluss geht es wieder einen Schritt zurück", sagte ein Händler. Die Titel des Übernahmeziels Actelion gaben 0,3 Prozent nach. Die Aktien des Antibiotika-Herstellers Basilea sackten über 2 Prozent ab.

Auch die Nahrungsmittelwerte waren mehrheitlich schwächer. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle verloren 0,6 Prozent tiefer bewertet. Lindt & Sprüngli waren am Tag vor der Bekanntgabe des Jahresumsatzes etwas leichter. Von Reuters befragte Analysten erwarten ein Umsatzplus von 6,5 Prozent auf 3,9 Milliarden Franken.

Adecco sanken um 0,8 Prozent. RBC hat die Empfehlung für den Personalvermittler auf "Sector-Perform" von "Outperform" herabgesetzt. Der Zementkonzern LafargeHolcim verlor 3 Prozent an Wert.

Die Aktien von Geberit legten am Tag vor der Veröffentlichung der Umsatzzahlen 0,3 Prozent zu. Analysten rechnen mit einem Plus von 7,6 Prozent auf 2,79 Milliarden Franken.

Die Swisscom-Anteile fielen um 1,5 Prozent. Die Anteile von Syngenta zählten mit einem Plus von 0,6 Prozent zu den wenigen Gewinnern unter den Standardwerten. Konzernchef Erik Fyrwald ist überzeugt von der baldigen Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns durch ChemChina, wie er dem Fernsehsender CNBC am Montag beim Weltwirtschaftsforum in Davos sagte.

Die Aktien von Autoneum und Komax büssten Terrain ein. Die beiden Unternehmen legen am Dienstag Zahlen vor.

Die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova sowie der Chip- und Sensorfirma AMS profitierten von einer Kaufempfehlung der Credit Suisse

(Reuters)