Aktien Schweiz - Roche-Bon schiebt den SMI im Alleingang auf Jahreshoch

Die Schweizer Börse ist am Donnerstag auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Geschuldet ist der Anstieg vor allem dem Kurssprung von Index-Schwergewicht Roche.
02.03.2017 17:45
Fulminantes Kursfeuerwerk der Roche-Genussscheine nach einer Studienpublikation zur Brustkrebsbehandlung.
Fulminantes Kursfeuerwerk der Roche-Genussscheine nach einer Studienpublikation zur Brustkrebsbehandlung.
Bild: Bloomberg

Der SMI liegt zum Börsenschluss um 0,3 Prozent höher auf 8662 Punkten. Das Tageshoch lag gar bei 8676 Zählern, dem höchsten Stand seit Anfang 2016. Ein Händler spricht von guten Umsätzen und einem lebhaften Geschäft. "Die Bilanzsaison lässt grüssen."

Marktteilnehmer sind weiterhin skeptisch, ob der Anstieg im zuletzt gesehenen Tempo weitergehen kann. "Auf jeden Fall täte eine Konsolidierung nach der Rekordjagd an der Wall Street nur gut", sagt ein Börsianer. "So eine Serie von Kursanstiegen mutet schon etwas unheimlich an", sagt ein anderer Händler. Die Anleger scheinen indes kaum beunruhigt. Das Angstbarometer SMI-Volatilitätsindex geht um 2,5 Prozent zurück.

Im Fokus steht Roche. Der Kurssprung des Pharmawerts von 6,5 Prozent schiebt den SMI rund 100 Punkte hoch. Es ist das stärkste Tagesplus von Roche seit März 2009, als sich die Finanzkrise auf dem Höhepunkt befand. Eine neue Kombinationstherapie verlängerte in einer spätklinischen Studie das Leben von Brustkrebspatientinnen merklich. Bei Frauen, die sich zuvor einer Brustkrebsoperation unterzogen hatten, sank durch die Behandlung mit den beiden Roche-Arzneien Perjeta und Herceptin sowie einer Chemotherapie das Risiko eines erneuten Auftretens der Erkrankung statistisch signifikant. Dank des Studienausgangs steigt die Chance, dass Roche drohende Umsatzeinbussen nach dem Auslaufen des Patentschutzes von Herceptin auffangen kann.

Die Aktien von Rivale Novartis dagegen sinken um 3,7 Prozent, was allerdings zu einem Grossteil der Auszahlung der Dividende von 2,75 Franken je Aktie geschuldet ist.

Lafarge-Holcim nach Zahlenvorlage gefragt

Stark gefragt waren die Aktien von Lafarge-Holcim. Sie ziehen 1,9 Prozent an. Der Zementkonzern schnitt 2016 etwas besser als erwartet ab und hat im ersten vollen Jahr seines Bestehens Tritt gefasst. Der schweizerisch-französische Konzern schaffte 2016 einen Gewinn von 2,09 Milliarden Franken.

Beim Personalvermittler Adecco dagegen strichen die Anleger Gewinne ein. Sie fürchten steigenden Margendruck und ein nachlassendes Wachstum. Der Kurs fällt um 2,9 Prozent. Adecco vervielfachte im vergangenen Jahr den Gewinn auf 723 Millionen Euro und übertraf die Erwartungen der Analysten. Allerdings will das Unternehmen die Dividende mit 2,40 Franken je Aktie stabil lassen. Dafür soll ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 300 Millionen Euro aufgelegt werden. Adecco hat seit dem Tief im Herbst 2016 rund drei Fünftel an Wert gewonnen.

Die Aktien der Banken konsolidierten die starken Vortagesgewinne. Credit Suisse und UBS sinken um 1,0 und 0,4 Prozent. Die Aktien der GAM Holding steigen um 2,8 Prozent. Der Vermögensverwalter zeigt sich nach einem Gewinnrückgang zuversichtlich. Zudem geht Verwaltungsratschef Johannes de Gier in den Ruhestand. "Bei den Management-Fees konnte GAM die schlimmsten Befürchtungen knapp vermeiden", erklärt ZKB-Analyst Richard Frei. Wenn der Turnaround nicht bald gelinge, könnte die Dividendenhöhe infrage gestellt werden.

Bei den zyklischen Firmen gewinnt die Sanitärtechnikfirma Geberit geringfügig an Wert und die Titel des Chemiekonzerns Clariant legen 0,4 Prozent zu. Kurseinbussen gibts beim Elektrotechnikkonzern ABB, beim Anlagenbauer Oerlikon, der Inspektionsfirma SGS und beim Uhrenkonzern Swatch.

Meyer-Burger-Aktie wieder mal auf Talfahrt

Am breiten Markt sinken die Aktien von Meyer Burger um 1,3 Prozent. Aktionär Veraison Capital hat sein Paket von 13,3 Prozent am Spezialsägenhersteller abgestossen. Der Zulieferer der Solarindustrie schliesst eine Produktionsstätte in den USA und will so rund zehn Millionen Franken einsparen. Der Schritt schlägt 2016 mit Abschreibungen und Wertberichtigungen von zwölf Millionen Franken zu Buche.

Die Panalpina-Aktien erholten sich im Verlauf, nachdem anfangs ein enttäuschendes Ergebnis die Titel belastet hatte. Die Aktien des Maschinenbauer Bobst sind nach dem Jahresabschluss gesucht. Auch die Aktien der Mediengruppe Tamedia schliessen 1,5 Prozent im Plus, nachdem anfänglich nach der Resultatvorlage im Angebot waren.

Die Anteile von Valora büssen 3,2 Prozent ein. Credit Suisse hatte die Empfehlung nach der Bilanzpräsentation auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt.

(Reuters)