Schwache Pharma-Werte - Schweizer Börse rutscht ins Minus

Enttäuschende Firmenergebnisse und die Ungewissheit über die künftige US-Politik haben die Anleger an der Schweizer Börse am Donnerstag vergrault.
02.02.2017 17:33
Die Aktien von Roche litten am Donnerstag unter Abgaben.
Die Aktien von Roche litten am Donnerstag unter Abgaben.
Bild: cash

Vor allem Kursverluste der beiden Pharmaschwergewichte und Grossbanken belasteten den Leitindex, der um 0,6 Prozent auf 8277 Punkte sank. Am Mittwoch hatte der SMI dank guter Firmenabschlüsse 0,5 Prozent zugelegt.

Auch Konjunkturdaten aus den USA konnten dem Handel keine zusätzlichen Impulse einhauchen: In der vergangenen Wochen stellten etwas weniger Menschen in den USA einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe als erwartet. Die Produktivität in der weltgrössten Volkswirtschaft legte zudem im vierten Quartal etwas stärker zu, als von Experten prognostiziert. Von Daten wie diesen erwarten sich Börsianer Rückschlüsse auf das Tempo der weiteren Zinserhöhungen in den USA. Mittwochabend hatte die Notenbank Fed dem Leitzins wie erwartet unverändert gelassen.

Roche sehr schwach

Hauptverantwortlich für die Schwäche des SMI waren die Titel des Pharmariesen Roche, die 1,7 Prozent nachgaben. Die Aktien des Rivalen Novartis verloren 0,6 Prozent an Wert. "Viele warten ab und wissen nicht, ob sie zugreifen sollen, oder nicht. Das hat auch mit der Unsicherheit über die Trump-Regierung zu tun", sagte ein Händler. Der neue US-Präsident hatte die Preispolitik der Pharmakonzerne kritisiert. Auch die Aktien des Übernahmeziels Actelion rutschten ab.

Zu den grössten Verlierer unter den Standardwerten zählten auch Finanzwerte. Die Grossbank Credit Suisse verlor 2,4 Prozent, während die Vermögensverwalter Julius Bär und UBS je gut ein Prozent einbüssten. Die Deutsche Bank hatte die Anleger abermals mit einem Jahresverlust enttäuscht. Unter dem Strich belief sich der Fehlbetrag im vergangenen Jahr auf 1,4 Milliarden Euro und war damit viel grösser als erwartet. Im laufenden Jahr rechnet Deutschlands grösstes Geldhaus wieder mit einem Gewinn.

Für Aufsehen sorgte Swatch: Der Uhrenhersteller hofft nach zwei Jahren mit sinkenden Umsätzen und einbrechenden Gewinnen auf eine Trendwende. Im November, Dezember und Januar hätten die Erlöse im Uhren- und Schmuckgeschäft wieder angezogen und die operative Rendite habe sich "substantiell" verbessert, teilte der Weltmarktführer mit. Im vergangenen Jahr hatte dem Konzern das Ausbleiben von Touristen in Europa wegen der Terroranschläge zu schaffen gemacht. Der Umsatz sackte um gut ein Zehntel auf 7,6 Milliarden Franken ab und der Gewinn brach deutlich stärker als von Analysten erwartet um knapp die Hälfte auf 593 Millionen Franken ein. Die Aktie machte im Handelsverlauf ihre anfänglichen Verluste von knapp fünf Prozent wett und notierte 1 Prozent fester.

Zu den Gewinnern zählten die Aktien der baunahmen Werte LafargeHolcim. Auch zu den Anteilen des Rückversicherers Swiss Re griffen die Anleger, während die Titel von Zurich und Swiss Life nachgaben.

Die LifeWatch-Aktien kletterten 5,3 Prozent hoch. Nach dem öffentlichen Übernahmeangebot von Aevis von letzter Woche will die Telemedizinfirma zusätzliche Angebote einholen.

Die Titel von Emmi gaben nach, nachdem der Milchverarbeiter für das vergangene Jahr ein Umsatzplus von 1,4 Prozent auf 3,26 Milliarden Franken bekanntgegeben hatte. 

(Reuters)