Aktien Schweiz - An der Schweizer Börse halten sich die Anleger zurück

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag leicht nachgegeben. Die Anleger verhielten sich Händlern zufolge trotz guter Konjunkturzahlen und Firmenbilanzen aus dem In- und Ausland vorsichtig.
23.02.2017 17:40
Stehen am Donnerstag im Fokus der Anleger: die Aktien des Schweizer Rückversicherers Swiss Re.
Stehen am Donnerstag im Fokus der Anleger: die Aktien des Schweizer Rückversicherers Swiss Re.
Bild: Bloomberg

Politische Risiken dämpften den Risikoappetit. "Zudem sind wir bereits weit gelaufen. Der Markt ist nicht mehr günstig", sagt ein Händler. Damit die "Trump-Hausse" weitergehe, müsse der US-Präsident seine Pläne konkretisieren. Finanzminister Steven Mnuchin kündigte nun die anvisierte Steuerreform noch für die Zeit vor der Sommerpause an. Der SMI notiert zum Börsenschluss mit 8569 Punkten um 0,2 Prozent tiefer.

Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung hätte keine neuen Erkenntnisse gebracht, sagt ein Händler. Die US-Notenbank steuert höhere Zinsen an und lässt die Tür für eine Anhebung bereits im März offen: Eine geldpolitische Straffung könne nach Ansicht vieler Währungshüter "recht bald angebracht" sein, heisst es in den Protokollen vom Mittwoch.

Nach Ansicht von Kames Capital sollten Anleger ihre Erwartungen auf Zinserhöhungen zügeln. Die Fed werde zwar weiter an der Zinsschraube drehen. "Aber sie wird den Leitzins nicht über 2 Prozent anheben können, ohne eine spürbare wirtschaftliche Abkühlung zu bewirken", sagt Fondsmanager John McNeill.

Swiss Re will trotz rückläufigem Gewinn höherer Dividende zahlen

Im Fokus steht Swiss Re. Der Rückversicherer meidet den Preiskampf in der Branche und schüttet lieber Geld an die Aktionäre aus. Obwohl der Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als ein Fünftel auf 3,6 Milliarden Dollar gesunken ist, will Swiss Re eine höhere Dividende von 4,85 Franken je Aktie zahlen. Ausserdem soll es den dritten Aktienrückkauf in Folge geben. Bis zu eine Milliarde Franken nimmt der Konzern dafür in die Hand. Trotz des Geldsegens büssten die Swiss-Re-Titel 1,2 Prozent ein. "Der Jahresabschluss kann insgesamt nicht ganz überzeugen, auch wenn sich in der Nichtleben-Rückversicherung weiterhin eine gute und besser als erwartete Entwicklung zeigt", sagt ZKB-Analyst Georg Marti.

Bei anderen Versicherungen herrschen leicht niedrigere Kurse vor. Zurich schwächen sich um 0,3 Prozent ab.

Dagegen ziehen die Aktien der Cembra Money Bank 5,2 Prozent an. Die Konsumkreditbank habe wie erwartet abgeschnitten, schreibt Andreas Venditti von der Bank Vontobel. Positiv sei die neue Ausschüttungspolitik. Cembra will eine Dividende von insgesamt 4,45 Franken je Aktie zahlen. Händler sprechen von einer generösen Ausschüttung und einer sehr attraktiven Dividendenrendite.

Pharmaschwergewichte geben nach

Während sich die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse abschwächen, sind die Titel der Vermögensverwalter Julius Bär, Vontobel und GAM gefragt.

Von den als krisenresistent geltenden Index-Schwergewichten geben die Pharmawerte Novartis und Roche 0,3 und 0,5 Prozent nach. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé steigen um 0,7 Prozent.

Die Aktien von Syngenta sind eine Spur leichter. Der chinesische Staatskonzern Chem China hat sein 43 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für Syngenta erneut verlängert. Nun läuft die Frist bis zum 28. April.

AMS legen weiter zu

Am breiten Markt brechen die Aktien von Bell 7,7 Prozent ein. Der Fleischverarbeiter hat für das laufende Jahr vor schwierigen Rahmenbedingungen gewarnt. Es sei Zeit für Gewinnmitnahmen, kommentiert ZKB-Analyst Daniel Bürki den Jahresbericht und nimmt die Empfehlung auf "Untergewichten" von "Marktgewichten" zurück. "Die Bell-Aktie hat in den letzten zwei Jahren formidabel performt."

Die Aktien von Implenia sinken um 2,5 Prozent. Der Baukonzern hat zwar mehr Gewinn erzielt und erhöht die Dividende. Die Zahlen lagen jedoch unter den Erwartungen, heisst es im Kommentar der Thurgauer Kantonalbank. Die Titel hatten im Vorjahr rund die Hälfte an Wert gewonnen.

Weiter auf dem Vormarsch sind die Titel von AMS. Der Akteinkurs der Chip- und Sensorfirma hat seit Jahresanfang 60 Prozent zugelegt.

(Reuters)