FOKUS 2-Schweizer Börse tritt auf der Stelle

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag über weite Strecken in einer engen Spanne bewegt. Händler beschrieben die Stimmung zwar als relativ gut.
28.09.2017 17:35

Aber die Anleger trauten sich dennoch nicht richtig aus der Deckung. "Wir sind mit angezogener Handbremse unterwegs", sagte ein Händler. Der SMI notierte mit 9112 Punkten um knapp 0,2 Prozent höher als am Mittwoch.

Die Steuerpläne von US-Präsident Donald Trump weckten die Hoffnung, dass die Wirtschaft Fahrt aufnehmen könnte. Es gebe aber eine gewisse Skepsis, ob die Pläne auch umgesetzt und finanziert werden könnten. Bei der grössten Steuerreform seit mehr als drei Jahrzehnten sollen der Spitzensteuersatz für Privatleute und die Steuern für Unternehmen sinken. Trump liess aber offen, wie die Reform finanziert werden soll. Zudem trübten US-Konjunkturdaten die Stimmung leicht ein. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war mit 272.000 etwas höher als erwartet.

An die Spitze der mehrheitlich leicht höheren Bluechips setzten sich die Papiere von SGS mit plus 4,8 Prozent. Morgan Stanley hat die Empfehlung für den Prüfkonzern auf "Overweight" von "Equal-Weight" anhoben.

Gefragt waren auch die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch , die den Aufwärtstrend, der Mitte Monat eingesetzt hatte, fortführte und 1,4 Prozent gewann.

Finanzwerte erfreuten sich dank der Aussicht auf höhere Anleihenrenditen steigender Nachfrage. Die Aktien der Versicherer Zurich und Swiss Life gewannen mehr als ein Prozent. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse dagegen konnten frühe Gewinne nicht halten und zeigten sich zuletzt wenig verändert.

Die grössten Einbussen gab es bei den Aktien von Nestle mit minus 0,6 Prozent. Der neue Nestle-Chef Mark Schneider hatte dem Lebensmittelkonzern bei dem lang erwarteten Investorentag am Dienstag neue Gewinnziele gesetzt.

Der Zementkonzern LafargeHolcim verlor 0,3 Prozent an Wert. Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco schlossen unverändert. Kepler Cheuvreux hat die Empfehlung auf "Hold" von "Buy" gesenkt. Der Elektrotechnikkonzern ABB machte frühe Abgaben wett.

Die schwergewichtigen Aktien der Pharmakonzerne Novartis und Roche drehten nach frühen Einbussen in die Gewinnzone und notierten um 0,2 Prozent höher. Novartis und die renommierte Universität von Kalifornien, Berkeley, wollen künftig zusammen an Therapien für bislang nicht behandelbare Krankheiten forschen. Das Roche-Medikament Ocrevus wurde in der Schweiz zur Behandlung der Nervenerkrankung Multiple Sklerose zugelassen.

Die Aktien von Lonza stiegen um 1,2 Prozent. Für den Pharmazulieferer stehen Grossübernahmen nach dem Kauf der US-Firma Capsugel vorerst nicht im Vordergrund. Vorrang hätten die Integration von Capsugel und der Schuldenabbau, sagte Finanzchef Rodolfo Savitzky der Nachrichtenagentur Reuters. Lonza bestätigte zudem die Finanzziele für 2017 und die Mittelfristprognose.

Am breiten Markt stiegen die Titel von VAT um 3,6 Prozent. Der Investor Rudolf Maag hat ein Zehn-Prozent-Paket der Vakuumventile-Firma erworben. Maag kaufte drei Millionen Aktien von Fonds, die von der Partners Group beraten werden und die bislang gut 23 Prozent hielten.

Die Basilea-Anteile legten 0,7 Prozent zu. Das Pharmaunternehmen hat der Firma Shenzhen China Resources Gosun Pharmaceutical (CR Gosun) eine Lizenz für sein Antibiotikum Ceftobiprol erteilt und erhält eine Zahlung von drei Millionen Franken sowie bei Erreichen gewisser Meilensteine weitere Zahlungen von bis zu 145 Millionen Franken.

Die Papiere der Technologiefirma Ascom legten nach einer Kaufempfehlung von UBS um 7,6 Prozent zu.

Die Aktien der Schweizerischen Nationalbank (SNB) legten fünf Prozent zu und machten den Vortageskurseinbruch teilweise wett. Auf Erholungskurs befanden sich mit einem Plus von 2,8 Prozent die Titel von Aryzta. Verwaltungsratspräsident Gary McGann und Firmenchef Kevin Toland haben 4000 beziehungsweise 3642 Aktien des Backwarenherstellers gekauft. Die Aktie war nach einen Gewinneinbruch stark unter Druck geraten. 

(Reuters)