Bankaktien sind gesucht - Schweizer Börse auf Erholungskurs

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch anfängliche Einbussen mehr als wettgemacht und im späten Handel leicht fester tendiert.
08.03.2017 17:30
Logo am Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich.
Logo am Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich.
Bild: Bloomberg

Händler sagten, die deutlich besser als erwarteten US-Beschäftigungsdaten sorgten für neuen Schwung. Wegen der am Donnerstag und in der kommenden Woche anstehenden Zinsentscheidungen in Europa und den USA hielten sich die Marktteilnehmer aber zurück. Der SMI schloss allerdings praktisch unverändert bei 8627 Punkten.

Nach Angaben der privaten US-Arbeitsagentur ADP schufen US-Firmen im Februar mit 298.000 neuen Stellen weit mehr, als Analysten mit 190.000 erwartet hatten. Diese Daten geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Zahlen am Freitag, die für die Zinsentscheidung der Fed wichtig sind. Damit sei eine Zinserhöhung durch die Fed so gut wie sicher, hiess es im Markt.

Die Analysten der Liechtensteiner LGT Capital Partners rechnen in nächster Zeit mit höheren Kursen. Erstmals seit Jahren deuten die Makrotrends weltweit auf Wachstum hin. Die Aufwärtsbewegung werde durch die "wohldosierte Haltung der Notenbanken" unterstützt. Der Zeitpunkt einer US-Zinserhöhung sollte daher keine allzu grosse Bedeutung haben, hiess es.

Bankaktien stützen

Als Stützen des Marktes erwiesen sich die Bankaktien, die nach den jüngsten Einbussen zu einer Erholung ansetzten. Zusätzlichen Rückenwind erhielten die Finanzwerte von den der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten deutlich anziehenden Renditen der US-Treasury Bonds. Die Anteile der Credit Suisse legten 1,5 Prozent zu und die der UBS stiegen um 0,2 Prozent. Auch die Aktien der Vermögensverwalter Vontobel, GAM Holding und EFG International zogen an.

Versicherungswerte zeigten sich uneinheitlich. Zurich rückten leicht vor, Swiss Re schwächten sich etwas ab.

Belastet wurde der Markt vom Index-Schwergewicht Nestle, das um 0,6 Prozent an Wert einbüsste. Bei den Pharmawerten drehten Novartis in die Gewinnzone und Roche machten die anfänglichen Abschläge wett. Der Pharmasektor hatte Dienstag unter einem Tweet von US-Präsident Donald Trump gelitten. Trump hatte getwittert, er wolle mehr Konkurrenzkampf in der Pharmabranche und geringere Medikamentenpreise.

Bei den zyklischen Werten setzte sich keine einheitlicher Trend durch. Adecco, LafargeHolcim, SGS und Givaudan gaben nach. ABB, Clariant, Syngenta und die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont gewannen Terrain.

Bossard-Aktien mit Kurssprung

Zu grösseren Kursausschlägen kam es bei den Anteilen kleiner und mittelgrosser Firmen, die Ergebnisse vorlegten. "Da sieht es ja meist gut aus", sagte ein Händler. Die Anleger honorierten die Ergebnisse des Kunststoffherstellers Gurit und der Lagerlogistikfirma Kardex. Die Anteile der Schraubenhandelsfirma Bossard schnellten 5,5 Prozent nach oben.

Die Anteile von Dormakaba dagegen sanken um 3,4 Prozent. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen, hiess es im Markt. Integrationskosten und die Konsolidierung übernommener Unternehmen belasteten das Ergebnis, hiess es bei der ZKB. Die Analysten der Bank stufen das Resultat als "leicht negativ" ein. Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen, nachdem der Aktienkurs kürzlich ein Rekordhoch erreicht hatte.

Die Partizipationsscheine von Lindt & Sprüngli verloren 1,8 Prozent. Der Schokoladehersteller hatte am Dienstag ein Gewinnwachstum von zehn Prozent auf 420 Millionen Franken bekanntgegeben und damit die Analystenerwartungen nur knapp erfüllt. 

(Reuters)