UBS unter DruckSchweizer Börse auf Konsolidierungskurs

Nach drei Tagen steigender Kurse haben die Anleger an der Schweizer Börse am Freitag Gewinne eingestrichen. Vor allem Aktien der Banken litten unter Verkäufen.
27.01.2017 17:44
Die Aktien der UBS geben am Freitag nach.
Die Aktien der UBS geben am Freitag nach.
Bild: cash

Besonders stark unter die Räder geriet die Grossbank UBS. Zudem dämpften unerwartet schwache Konjunkturzahlen aus den USA die Euphorie der vergangenen Tage. In der kommenden Woche dürften aber die Hoffnungen auf einen Wirtschaftsboom unter dem neuen Präsidenten Donald Trump wieder aufleben. "Jetzt beginnt der Übergang vom zinsgetriebenen zu einem von Unternehmensgewinnen getriebenen Bullenmarkt", betont Fondsmanager Till Budelmann von der Berenberg Bank

Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 8422 Zähler. Im Vergleich zur Vorwoche ergibt sich ein Plus von 0,9 Prozent.

Die Aktien der UBS büssten bei überdurchschnittlich grossen Umsätzen 4,5 Prozent ein - der stärkste Tagesverlust seit einem halben Jahr. Mit einem Jahresgewinn von 3,3 Milliarden Franken schnitt die Grossbank zwar besser ab als von Analysten erwartet. Auch gibt sich der weltgrösste Vermögensverwalter für die Zukunft etwas optimistischer als zuletzt: Zwar bremse das unsichere Umfeld weiterhin die Kundenaktivitäten; allerdings habe UBS vor allem in den USA ein steigendes Investorenvertrauen festgestellt.

UBS habe insgesamt gute Zahlen vorlegen können. Aber der Trend schrumpfender Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft setze sich fort und das Nettoneugeld sei negativ. In Schwellenmärkten habe das Institut Abflüsse verbucht, kommentierte Vontobel-Analyst Andreas Venditti. "Und gut abgeschnitten hat die Bank genau im Investmentbanking, das sie herunter fahren will", sagte ein Händler. In dem starken Kursanstieg seien wohl auch sehr hohe Erwartungen eingepreist worden. "Es kann ja nicht schaden, Gewinne ins Trockene zu bringen", sagte ein Händler.

Im Fahrwasser der UBS verlor der Kurs der zweitgrössten Schweizer Bank Credit Suisse 3,6 Prozent an Wert. "Die Analysten werden bei der CS den Fokus ebenfalls auf Margen und Nettoneugeld richten", sagte ein Händler.

Die Anteile von Julius Bär sanken um 2,7 Prozent. Der Vermögensverwalter legt kommende Woche seine Zahlen vor. Es ist bei allen drei Banken das gleiche: Sie wollen in Asien wachsen und dort harzt es", sagte ein Händler. Analysten erwarten bei Julius Bär einen Gewinnsprung um 175 Prozent.

Wenig verändert tendierten die Versicherungsaktien. Swiss Re aber fielen mit einem Kursplus von 0,8 Prozent auf. Goldman Sachs hat die Aktien des Rückversicherers auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft.

Die Anteile der als wenig zyklisch geltenden Pharmakonzerne Novartis und Roche konnten sich halten. Moody's senkte den Outlook für das Aa3-Rating von Novartis wegen des geplanten Aktienrückkaufs auf Negativ.

Actelion etwas fester

Actelion gewannen bei erneut gewaltigen Umsätzen 0,3 Prozent. Der Biotechkonzern wird von Johnson&Johnson zu einem Preis von 280 Franken je Aktie oder 30 Milliarden Dollar übernommen.

Nestle und Givaudan, deren Aktien am Donnerstag nach einem enttäuschenden Quartalsbericht von Konkurrent Unilever unter Druck geraten waren, stabilisierten sich. Der Aromen- und Riechstoffhersteller legt am Dienstag die Jahreszahlen vor. Analysten schätzen den Jahresgewinn auf 696 Millionen Franken.

Die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont und die Titel des Uhrenkonzerns Swatch rutschten nach einer freundlichen Eröffnung ab. Richemont sanken nach Gewinnmitnahmen 0,2 und Swatch 1,2 Prozent. Zunächst hatte das unerwartet gute Ergebnis des weltgrössten Luxusgüterkonzerns LVMH den Sektor gestützt. Das Mutterunternehmen von Marken wie Louis Vuitton oder Dior hat dank kauffreudiger Asiaten und Amerikaner seinen Umsatz im vierten Quartal um acht Prozent auf 11,27 Milliarden Euro gesteigert.

Die Aktien zyklischer Firmen tendierten uneinheitlich. Adecco und Geberit gaben 2,2 und 0,8 Prozent nach. ABB waren unverändert. 

Am breiten Markt stiegen die Aktien von SFS Group um 0,6 Prozent. Die auf Befestigungstechnik spezialisierte Firma hat den Umsatz 2016 um 4,4 Prozent auf den Rekordwert von 1,44 Milliarden Franken gesteigert. Die Aktien von Basilea stiegen um 1,4 Prozent. Das Arzneimittelunternehmen gilt ähnlich wie Actelion als potenzieller Übernahmekandidat. Die Aktien von Dätwyler kletterten bei guten Umsätzen um 3,8 Prozent auf das Rekordhoch von 152 Franken. 

(Reuters)