Aktien SchweizDer SMI gibt Terrain preis

Die Schweizer Börse hat sich am Montag leicht abgeschwächt. Der Kursrückgang wurde von Kursgewinnen der als krisensicher geltenden Pharma-Schwergewichte etwas gebremst.
06.02.2017 17:40
Dank den Gewinnen beim Schwergewicht Novartis fällt das Minus im SMI am Montag moderat aus.
Dank den Gewinnen beim Schwergewicht Novartis fällt das Minus im SMI am Montag moderat aus.
Bild: Bloomberg

Die Anleger verhielten sich vor der Veröffentlichung der Bilanzen einiger Grosskonzerne, wegen der Fragezeichen hinter der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump und den in Europa anstehenden Wahlen vorsichtig, sagen Händler. Der SMI notiert zum Handelschluss um 0,2 Prozent niedriger bei 8331 Punkten.

Im Blick haben die Anleger diese Woche die Bilanzsaison. Nach einem besser als erwarteten Ergebnis, einer hohen Dividende und einer optimistischen Prognose von DKSH griffen die Anleger zu den Aktien des Vertriebsdienstleisters. Der Kurs schnellte zeitweise um bis zu 10 Prozent auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren hoch. DKSH steigerte den Gewinn im Vorjahr um 6,7 Prozent auf 213 Millionen Franken und will inklusive 3 Franken Sonderdividende 4,50 Franken je Aktie ausschütten. Für das laufende Jahr stellte die Firma ein weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum in Aussicht. Das klar besser als erwartete Ergebnis und die grosszügige Sonderdividende beflügeln die Aktie, erklärt ZKB-Analyst Marco Strittmatter.

Am Mittwoch stehen die Zahlen des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Pflanzenschutzmittelhersteller Syngenta und der Telekomfirma Swisscom auf dem Programm. Am Donnerstag folgt die Bilanz des Versicherungskonzerns Zurich.

Stabile Pharmaschwergewichte

Die Anteile von Novartis und Roche, die den Markt am Freitag ins Plus gehievt hatten, steigen um 0,6 und 0,1 Prozent. Die Aktien von Nestlé, dem dritten Index-Schwergewicht, dagegen rutschen 0,3 Prozent ab.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont verlieren 2,2 und 1,8 Prozent. Händler sprechen von der Konsolidierung nach den Kursgewinnen seit Jahresanfang.

Auch die Anteile von Geberit, Lafarge-Holcim und Clariant schwächen sich ab. Die Aktien von SGS verlieren 0,7 Prozent. Händlern zufolge verkaufen manche Anleger Aktien des Inspektionskonzerns und nehmen dafür DKSH ins Portfolio. "DKSH scheint momentan als attraktivere Wette auf Asien wahrgenommen zu werden", sagt ein Händler.

Die Finanzwerte notieren nach einem bewegten Kursverlauf im Minus. Die Aktien der Grossbank UBS sinken um 1,1 Prozent und die der Rivalin Credit Suisse verlieren 0,9 Prozent. Händler zeigen sich zum Teil überrascht, dass Bankaktien trotz des von US-Präsident Donald Trump in Gang gesetzten Deregulierungsprozesses nicht stärker gefragt sind.

Auch Versicherungswerte notieren mehrheitlich schwächer. Die Aktien von Swiss Re sind um 0,5 Prozent tiefer und die Titel von Swiss Life geben ebenfalls 0,5 Prozent nach.

Sonova nach UBS-Rückstufung unter Druck

Am breiten Markt fallen die Sonova-Aktien mit einem Abschlag von 2,6 Prozent auf. UBS nach die Empfehlung für den Hörgerätehersteller auf "Sell" von "Neutral" zurück.

Gefragt waren dagegen Anteile von kleinen und mittelgrossen Industriefirmen wie VAT, Bucher und Rieter. Starrag setzen den nach der Ergebnisveröffentlichung begonnenen Höhenflug fort.

Die Also-Aktien ziehen 1,5 Prozent auf 105,30 Franken an. Die auf kleinkapitalisierte Werte spezialisierte Anlagefirma Research Partners hat die Abdeckung des IT-Einzelhändler mit einem Kursziel 140 Franken zum Kauf empfohlen.

Die Aktien von AMS bröckeln am Tag vor der Jahresbilanz 0,4 Prozent ab. Analysten erwarten bei dem Chip- und Sensorenhersteller einen Umsatz- und Gewinnrückgang.

Die Anteile von BFW Liegenschaften rücken 2,2 Prozent vor. Die Immobilienfirma steigerte den Betriebsgewinn im Vorjahr auf den Rekordwert von 27,3 Millionen Franken. Zudem kommt es an der Unternehmensspitz Ende März zu einem Wechsel.

(Reuters)