Nach SNB-Zinsentscheid - Schweizer Börse gibt nach

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag abgeschwächt. Mit ein Grund: Der Dividendenabschlag bei Roche.
16.03.2017 17:36
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.

Nachdem die US-Notenbank am Mittwoch die Zinsen wie erwartet angehoben hatte, entschied auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) wie prognostiziert und tastete die Negativzinsen nicht an. Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 8667 Punkte, was allerdings zu einem guten Teil der Dividendenauszahlung beim Index-Schwergewicht Roche geschuldet ist. Der breite, dividendenbereinigte SPI legte um 0,1 Prozent zu.

Mit Spannung warteten die Anleger, wie der grosse Verfall an der Derivate-Börse Eurex die weitere Entwicklung beeinflusst. "Es sieht so aus, als ob der Verfall den Markt unterstützt", sagte ein Händler. Daher könnte sich danach eine schwächere Tendenz durchsetzen. Am Freitag laufen während des "Hexensabbats" an der Eurex Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus. Dabei kann es zu heftigen Kursschwankungen kommen, wenn Marktteilnehmer die Kurse in eine für sie vorteilhafte Richtung bringen wollen.

Die Schweizer Währungshüter demonstrieren trotz des in den vergangenen Wochen wieder stärkeren Frankens Gelassenheit und rütteln nicht an ihrer Geldpolitik. Die SNB setzt weiterhin auf Interventionen am Devisenmarkt, um einen Höhenflug der aus ihrer Sicht deutlich überbewerteten Landeswährung zu unterbinden, wie sie anlässlich ihrer vierteljährlichen Zinsentscheidung mitteilte. Die Notenbank-Direktoren warnen allerdings vor "erheblichen Risiken" durch politische Unsicherheiten.

Die US-Notenbank hob den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte an und bekräftigte ihre Prognosen für die Geldpolitik. Positiv wurde vermerkt, dass Fed-Chefin Janet Yellen auf der Pressekonferenz erneut betonte habe, die Geldpolitik "langsam" normalisieren zu wollen. Eine Beschleunigung der geldpolitischen Straffung sei damit derzeit kein Thema, sagten Händler. Ebenfalls wie erwartet beliess die Bank of England die Leitzinsen unverändert.

Mit Erleichterung wurde der Wahlsieg von Ministerpräsident Mark Rutte in den Niederlanden aufgenommen.. "Die erste Wahl des europäischen Superwahljahres ist damit ohne Unfall über die Bühne gegangen", sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Dies sei ein positives Signal für Europa. Die Erleichterung könnte bei einem Sieg der rechtsextremen Politikerin Marine Le Pen bei den Wahlen in Frankreich schnell wieder verpuffen und die Europäische Union ins Chaos stürzen, hiess es am Markt.

Leonteq legt kräftig zu

Während die Bankaktien mehrheitlich schwächer waren, zogen die Anteile von Leonteq kräftig an. Investor Rainer-Marc Frey ist bei der Derivat-Boutique eingestiegen. Er hält nach Angaben des Unternehmens 7,5 Prozent der Aktien. "Jetzt wissen wir, wer der ominöse Käufer war", sagte ein Börsianer. Die Aktien legten 5,9 Prozent zu.

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der Vermögensverwalter Julius Bär büssten etwas Terrain ein. Die Versicherungsanteile waren meist leicht stärker. Swiss Re stiegen um 0,7 Prozent und Helvetia sanken um 0,4 Prozent.

Gefragt waren auch Anteile einzelner zyklischer Firmen: Swatch legten 1,3 Prozent zu. Konzernchef Nick Hayek hatte sich auf der Bilanzpressekonferenz optimistisch zum laufenden Jahr geäussert. Der Uhrenkonzern will 2017 um sieben bis neun Prozent wachsen. Die Anteile von Rivale Richemont zogen 1,7 Prozent an.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Sanitärfirma Geberit und des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan legten zu. Der Zementproduzent LafargeHolcim rutschte nach anfänglichen Kursgewinnen praktisch auf Vortagesniveau. Im Sog des leichteren Dollar sanken laut Händlern die Anteile des Übernahmeziels Syngenta um 0,5 Prozent.

Bei den Index-Schwergewichten gaben Novartis 0,2 Prozent nach, während Nestle 0,4 Prozent vorrückten.

Am breiten Markt honorierten die Anleger die Ergebnisse von BKW, Siegfried, Von Roll und U-blox mit steigenden Kursen.

Die Titel von Meyer Burger verloren 1,3 Prozent auf 0,79 Franken. Händler sagten, der Titel stehe unter Druck, seit Credit Suisse das Kursziel für den Solarzulieferer auf 0,66 Franken gesenkt und die Verkaufsempfehlung bekräftigt habe. 

(Reuters)