Aktien Schweiz - Atempause an der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Freitag insgesamt wenig verändert tendiert. Händler sprechen von einem eher ruhigen und uneinheitlichen Markt.
03.03.2017 17:40
Zum Wochenschluss ruhige «Rauchzeichen» von der Schweizer Börse.

Kursverluste bei den schwergewichtigen Genussscheinen von Roche gleichen die Kursgewinne bei Rivale Novartis aus. Der SMI notiert zum Handelsschluss bei 8670 Punkten leicht höher zum Vortag, zur Vorwoche legt der Leitindex um 1,7 Prozent zu. Damit beendet der SMI die vierte Woche hintereinander mit einem Kursgewinn.

Händler äussern sich nicht beunruhigt über die leichten Gewinnmitnahmen zum Wochenabschluss. "Wir sind weit gelaufen. Es ist Zeit, Platz zu nehmen", sagt ein Börsianer. Die Zeichen einer kommenden Konsolidierung mehrten sich. "Am Horizont ziehen Wolken auf, die für eine Konsolidierung oder sogar Korrektur sprechen", sagt ein Händler. Seit einiger Zeit versuchten Vertreter der US-Notenbank, die Märkte auf eine baldige Zinsanhebung vorzubereiten. Marktteilnehmer fragen sich zudem, wie US-Präsident Donald Trump seine Konjunkturhilfen finanzieren wolle. Grundsätzlich sei die Marktstimmung aber noch immer gut. Der Volatilitätsindex zeige, wie entspannt die Anleger seien, heisst es.

Index-Schwergewicht Roche büsst nach dem Kurssprung vom Vortag 0,7 Prozent an Wert ein. Die Titel waren am Donnerstag um 6,5 Prozent hochgeschossen, nachdem der Pharmakonzern mitgeteilt hatte, eine neue Kombinationstherapie habe in einer spätklinischen Studie das Leben von Brustkrebspatientinnen merklich verlängert.

Novartis auch Roche-Profiteur

Die Anteile von Novartis sind um 0,5 Prozent höher. "Es erstaunt, dass sich kein Anleger daran erinnert hat, dass Novartis vom Kurssprung bei Roche ja auch profitiert", sagt ein Händler. Novartis hält knapp ein Drittel der stimmberechtigten Roche-Inhaberaktien.

Mit Nestlé gewinnt das dritte SMI-Schwergewicht leicht an Wert.

Die Aktien von Swiss Life steigen um 1,2 Prozent. Der Lebensversicherer hat den Gewinn im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf 926 Millionen Franken gesteigert. Die Aktionäre sollen 11 Franken Dividende je Aktie erhalten, 2,50 Franken mehr als zuletzt. Ein Aktienrückkauf ist für Swiss Life kein Thema. Die Kurse anderer Versicherer tendieren ebenfalls höher.

Die Anteile der Grossbanken machten anfängliche Einbussen mehr als wett. Credit Suisse liegen 1,1 Prozent im Plus und UBS legen 0,6 Prozent zu. Die GAM-Aktien legen nach dem Kurssprung vom Vortag um weitere 1,8 Prozent zu. Der Vermögensverwalter hat am Vortag nach den Jahreszahlen und der Rücktrittsankündigung von Präsident Johannes de Gier kräftig an Wert gewonnen. Die Aktien von Swissquote rücken 1,2 Prozent vor. Die Onlinebank hat 2016 den Gewinn auf gut 20 Millionen Franken vervielfacht.

Zykliker geben meist nach

Die Anteile zyklischer Firmen gingen auf Konsolidierungskurs. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Chemikalienherstellers Clariant und der Sanitärtechnikfirma Geberit schwächen sich ab. Gewinnmitnahmen nach dem Anstieg am Vortag drücken die Anteile von Lafarge-Holcim 0,5 Prozent ins Minus.

Die Anteile von Swatch drehten in die Gewinnzone. Der Uhrenkonzern hat gemeinsam mit dem Neuenburger Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM den nach Swatch-Angaben kleinsten Bluetooth-Chip entwickelt. Die Titel von Rivale Richemont sinken dagegen um 0,1 Prozent.

Die Aktien von Panalpina büssen 3,5 Prozent ein. Nach dem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr senkten die Analysten von Barclays und Kepler Cheuvreux das Kursziel für den Logistikkonzern. Die Titel von Rivale Kühne+Nagel sinken 0,1 Prozent.

Eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux schiebt die Titel des Autoteileherstellers Autoneum 1,4 Prozent hoch.

Die Lindt-Titel verlieren 0,4 Prozent. Die Bilanz des Edelschokolade-Herstellers steht am kommenden Dienstag auf dem Programm.

(Reuters)