Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse macht kleine Schritte

Die Schweizer Börse hat sich am Montag trotz positiver Vorgaben aus den USA und aus Fernost kaum bewegt.
20.02.2017 17:40
Die Luft bei den Aktien von Konsumgüter- und Nahrungsmittelherstellern ist nach dem Rückzug der Kaufofferte von Kraft-Heinz für Unilever wieder draussen.
Die Luft bei den Aktien von Konsumgüter- und Nahrungsmittelherstellern ist nach dem Rückzug der Kaufofferte von Kraft-Heinz für Unilever wieder draussen.
Bild: Bloomberg

Wegen des "President's Day" in den USA bleibt die Wall Street geschlossen und es wurden auch keine Konjunkturzahlen der weltgrössten Volkswirtschaft veröffentlicht. Daher vermissten Händler wichtige kursbewegende Impulse von jenseits des Atlantiks.

Gefragt waren Bankaktien und zyklische Werte. Dagegen bremsten Gewinnmitnahmen beim Index-Schwergewicht Nestlé den Gesamtmarkt merklich. Der SMI notiert zum Börsenschluss mit 8515 Punkten eine Spur höher. Vorübergehend hatte der Leitindex bei 8536 Punkten den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr markiert.

Die Nestlé-Aktien verlieren 0,8 Prozent. Der Ketchup-Hersteller Kraft-Heinz hat seine 143 Milliarden Dollar schwere Offerte für die niederländische Unilever zurückgezogen. Die Übernahmepläne hatten am Freitag den Aktien von Konsumgüter- und Nahrungsmittelherstellern Auftrieb gegeben. "Damit entweicht Fantasie, die die Märkte hätte beflügeln können", sagt ein Händler. Die Unilever-Aktien büssen in London mehr als 7 Prozent ein.

Mit Novartis büsst ein weiteres SMI-Schwergewicht 0,4 Prozent an Wert ein. Die Roche-Titel dagegen sind  0,2 Prozent höher. Eine Kombination der beiden Roche-Krebsmedikamente Tecentriq und Avastin zeigte in einer klinischen Phase-II-Studie erfolgversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Nierenzellkarzinom. Verglichen wurde die Immotion150 genannte Therapie mit der Pfizer-Arznei Sunitinib.

Spekulative Käufe treiben Basilea-Aktie

Die Aktien von Basilea steigen um 3,8 Prozent. Der Hersteller von Antibiotika und Anti-Pilz-Medikamenten verringerte den Verlust im vergangenen Jahr auf 51,3 von 61,6 Millionen Franken. Die Barmittel nahmen auf 289 von 364,7 Millionen Franken ab. Dieses Jahr soll sich der Erlös aus Produktverkäufen auf 15 Millionen Franken in etwa verdoppeln. Pro Monat rechnet Basilea mit rund drei Millionen Franken Betriebsverlust. "Bei Basilea schieben in der Regel spekulative Käufe den Kurs an und nicht Geschäftszahlen", sagt ein Händler.

Bei den Finanzwerten setzen sich die Aktien der Credit Suisse mit einem Plus von 1,4 Prozent an die Spitze. Die Anteile der UBS rücken 1 Prozent vor. Die grösste Schweizer Bank trennt sich in Luxemburg und der Schweiz von Geschäftseinheiten, die Dienstleistungen in der Fondsadministration erbringen. Käufer ist die US-Firma Northern Trust Corporation. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sprechen von einer Flurbereinigung in Randbereichen.

Versicherungstitel sind ebenfalls meist höher. Die Titel von Swiss Re steigen um 0,4 Prozent. Der Rückversicherer veröffentlicht am Donnerstag seinen Jahresabschluss. Swiss Life, deren Ergebnis anfangs März erwartet wird, rücken 0,8 Prozent vor.

Auch die Anteile zyklischer Firmen zogen meist an. Die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch machen mit einem Plus von 1,5 und 2,1 Prozent einen Teil der jüngsten Kurseinbussen wett. "Am Dienstag, wenn die Uhren-Exportzahlen veröffentlicht werden, wird sich zeigen, ob dieser Optimismus berechtigt ist", sagt ein Händler. Die ZKB geht von einem Minus für den Januar von 5,2 Prozent aus.

Kleiens Kurfeuerwerk bie Schmolz+Bickenbach

Die Titel des Personal-Dienstleisters Adecco, des Elektrotechnikkonzerns ABB und der Sanitärtechnikfirma Geberit legen bis zu einem halben Prozent zu. Der Zementkonzern Lafarge-Holcim gewinnt gar 1,9 Prozent.

Am breiten Markt fallen die Anteile des Stahlproduzenten Schmolz+Bickenbach mit einen Kursgewinn von 5,9 Prozent auf. Händler verwiesen auf einen positiven Bericht in der "Finanz und Wirtschaft".

Die Burckhardt-Aktien hingegen fallen um 8,3 Prozent. Der Kompressorenhersteller führt wegen einer Auftragsflaute für 200 von 700 Mitarbeitenden am Standort Winterthur Kurzarbeit ein.

Die Titel von Temenos steigen um 1,7 Prozent auf 75,25 Franken. Credit Suisse empfiehlt die Bankensoftware-Firma mit einem Kursziel von 86 Franken zum Kauf.

(Reuters)