Aktien Schweiz - Schweizer Börse bewegt sich wenig

Die Schweizer Börse hat am Montag keine stärkeren Kursausschläge verbucht. Das Geschäft verlief laut Händlern in relativ ruhigen Bahnen.
27.02.2017 17:40
Wenig Bewegung an der Schweizer Börse zum Wochenanfang.

"Wir erleben die Ruhe vor dem Sturm, den die zahlreichen Firmenergebnisse, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, auslösen dürften", sagt ein Händler. Die Schweizer Bilanzsaison steuere mit den Zahlen von rund 25 Firmen auf ihren Höhepunkt zu. Darunter sind Schwergewichte wie der Zementriese Lafarge-Holcim, der Personalvermittler Adecco oder der Logistikkonzern Kühne+Nagel.

 Der SMI notiert zum Börsenschluss mit 8521 Punkten um 0,1 Prozent tiefer. Am Freitag war der Leitindex um ein halbes Prozent gesunken.

Zudem wollten sich die Anleger vor der Rede von US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Mittwoch (MEZ) vor dem Kongress zurückhalten. Nach Aussagen seines Finanzministers Steven Mnuchin will er sich unter anderem zu Steuersenkungen für die Mittelklasse und zu einer Vereinfachung des Steuersystems äussern. "Der Augenblick, auf den wir alle so gespannt warten", sagt ein Händler.

Ein Unsicherheitsfaktor seien die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden und die Schuldenkrise in Griechenland. "Das macht die Anleger vorsichtig". Dass die Verunsicherung gross ist, lasse sich auch an den steigenden Giroguthaben der Schweizerischen Nationalbank erkennen, sagt ein Händler. In unsicheren Zeiten suchen Anleger im Franken einen sicheren Hafen. Gemäss den am Montag veröffentlichten Daten hat sich die SNB erneut mit milliardenschweren Devisenkäufen gegen eine Erstarkung des Frankens gestemmt. Die Sichteinlagen von Bund und Banken bei der Notenbank stiegen in der vergangenen Woche um 4,7 Milliarden Franken. Die Statistik gilt als Richtschnur für den Umfang der SNB-Interventionen.

Gesuchte Nebenwerte

Während sich die Kurse der Standardwerte zumeist in engen Spannen bewegen, legen einzelne Aktien aus dem Nebenwertesektor kräftig zu. Stark gesucht sind die GAM-Titel mit einem Plus von 9,3 Prozent. Der aktivistische Investor RBR Strategic Value, der ein Paket von 2,1 Prozent kontrolliert, will drei Mitglieder in den Verwaltungsrat des Asset-Managers entsenden.

Die Kuros-Aktien klettern um 15,3 Prozent hoch. Das bei Wirbelsäulenversteifungen als Knochenersatz zur Anwendung kommende MagnetOs Granulat ist in den USA zugelassen worden.

Ein positiver Artikel in der Fachzeitschrift "Scientific Journal" über die Wirkung des Epilepsie-Medikaments ADX71149 lässt die Aktien von Addex um 11,8 Prozent anziehen.

Grosse Zykliker ohne Richtung

Uneinheitlich zeigen sich dagegen die Aktien zyklischer Grossfirmen. Swatch fallen mit einem Minus von 1,5 Prozent auf. Die Titel von Mitbewerber Richemont sinken um 0,7 Prozent. ABB sind gehalten.

Dagegen steigen Adecco 0,7 Prozent. Lafarge-Holcim , Sulzer und Georg Fischer legen gut 1 Prozent zu. Diese Firmen werden in den kommenden Tagen über das vergangene Geschäftsjahr informieren.

Die Bankaktien machten frühe Einbussen weitgehend wett. Credit Suisse steigen um 0,3 Prozent. UBS sind bei 15,44 Franken gut gehalten. Goldman Sachs hat das Kursziel für UBS auf 19,60 von 20,10 Franken gesenkt, die Empfehlung lautet auf "Neutral". Die Versicherungswerte traten mehr oder weniger auf der Stelle.

Novartis kommt mit Aktienrückkaufprogrammen gut an

Bei den als krisenresistent geltenden Index-Schwergewichten notieren die Nestlé-Aktien 0,3 Prozent leichter. Die Novartis-Titel steigen um 0,3 Prozent. Der Pharmakonzern will mittels eines vierten bereits genehmigten Rückkaufprogramms eigene Aktien für bis zu 8,6 Milliarden Franken kaufen. Im Rahmen des im Februar 2014 aufgelegten Rückkaufprogramms erwarb der Pharmakonzern Titel für 8,1 Milliarden Franken, was 3,6 Prozent des Kapitals entspricht. Die Roche-Anteile sind um 0,7 Prozent tiefer.

Clariant bröckeln geringfügig ab. Der Chemiekonzern betonte den Willen zur Eigenständigkeit. "Wir wollen nicht übernommen werden, und in der Branche ist das bekannt - und im Sinne gegenseitigen Respekts auch anerkannt", sagte Konzernchef Hariolf Kottmann der "Finanz und Wirtschaft (Samstagsausgabe). Ein feindliches Übernahmeangebot hält Kottmann für riskant.

(Reuters)