Schweizer Börse zieht an - Bankaktien stark gesucht

Die Schweizer Börse hat zum Wochenschluss auf breiter Front zugelegt. Angeführt von kräftigen Kursgewinnen der Bankaktien stieg der SMI um 0,9 Prozent auf 8452 Punkte.
13.01.2017 17:30
Eine freundliche Stimmung an der Schweizer Börse zum Wochenausklang.
Eine freundliche Stimmung an der Schweizer Börse zum Wochenausklang.
Bild: cash

Händler sprachen einerseits von einer technischen Gegenbewegung nach den Vortagesverlusten. Gefragt waren vor allem die Werte, die zuletzt unter Druck standen. Anderseits verbesserten unerwartet gute Bilanzen von US-Banken die Anlegerstimmung. Auch stellten manche Anleger vor dem Wochenende Baissepositionen glatt. "Das stützte den Markt zusätzlich."

Am Donnerstag hatten Zweifel an einem bevorstehenden US-Wirtschaftsboom die Anleger weltweit verunsichert und zu Verkäufen veranlasst. Sie hatten sich enttäuscht gezeigt von der ersten Pressekonferenz Donald Trumps seit seiner Wahl zum US-Präsidenten. "Details zu seinem Konjunkturprogramm ist er schuldig geblieben", sagte ein Händler.

Gefragt waren vor allem Finanzwerte, nachdem die Geschäftsberichte der US-Geldhäuser Bank of America, Wells Fargo und JP Morgan und des Asset Managers Blackrock am Markt mit steigenden Aktienkursen quittiert wurden. Credit Suisse und UBS kletterten 3 und 4 Prozent nach oben. Auch Julius Bär, GAM und EFG International zogen kräftig an.

Pharmawerte stützen

Stützen des Marktes waren auch die Pharmawerte, die am Donnerstag stark unter den Äusserungen Trumps gelitten und den Markt belastet hatten. Trump hatte die Branche wegen ihrer Preispolitik scharf kritisiert.

Novartis stiegen um 0,3 und Roche um 1,3 Prozent. Auch das Übernahmeziel Actelion sowie Basilea legten zu.

Die Aktien des Lebensmittelriesen Nestle dagegen schlossen kaum verändert. Der Aromen- und Reichstoffhersteller Givaudan war der einzige Verlierer bei den Bluechips.

Schwächer schlossen auch: Lindt & Sprüngli, Bell, Aryzta ermässigten sich um ein Prozent, Hügli gaben 2,1 Prozent nach . Der Edelschokoladehersteller Lindt legt kommende Woche dem Jahresumsatz 2016 vor.

Bei den höheren Versicherungen führten Swiss Re mit einem Kursgewinn von 1,2 Prozent auf 96,40 Franken die Rangliste an. HSBC empfiehlt den Rückversicherer mit einem Kursziel von 106 Franken zum Kauf.

Aktien zyklischer Werte bauten im Verlauf die Gewinne aus. SGS stiegen mit Unterstützung einer Hochstufung von Barclays um 1,2 Prozent. LafargeHolcim zogen um 2,4 Prozent an. ABB gewannen 1,3 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern hat einen Auftrag aus Brasilien über 75 Millionen Dollar erhalten.

Geberit standen 0,3 Prozent im Plus. Der Sanitärtechnikkonzern informiert am Dienstag über den Umsatz 2016. Von Reuters befragte Analysten erwarten ein Umsatzplus von 7,6 Prozent auf 2,79 Milliarden Franken.

Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont notierten nach dem Kurssprung vom Vortag um 0,3 Prozent höher. Mehrere Analysten haben sich positiv für die weitere Entwicklung des Aktienkurses geäussert. "Die Aktie dürfte weiter steigen", sagte ein Händler. Richemont hatte am Donnerstag mit einem deutlich besser als erwarteten Zwischenbericht überrascht.

Die Titel des Uhrenkonzerns Swatch, die im Fahrwasser von Richemont am Donnerstag ebenfalls kräftig gestiegen waren, gewannen gut ein Prozent. In einem Interview mit der "NZZ" (Freitagausgabe) äusserte sich Jean-Claude Biver, Chef der Uhrensparte beim französischen Luxusgüterkonzern LVMH, positiv über die Uhrenbranche. "Das Schlimmste dürfte überstanden sein", sagte er.

Am breiten Markt verbuchten die Papiere von U-blox einen Kursrückgang von 0,6 Prozent. Der Aktienkurs des GPS-Chip-Herstellers war am Vortag nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung um 13,3 Prozent abgestürzt.

Zehnder sanken um 1,8 Prozent. Der Heizkörperhersteller hat 2016 den Umsatz um ein Prozent auf 538,8 Millionen Euro gesteigert und erwartet wegen der negativen Entwicklung im zweiten Halbjahr ein operatives Ergebnis erheblich unter den angestrebten 30 Millionen Franken.

Die Papiere von Arbonia stiegen um 5,8 Prozent. Der Zehnder-Rivale legt am Donnerstag den Jahresumsatz 2016 vor. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) erwartet ein Plus von 7,2 Prozent auf 1,01 Milliarden Franken.

(Reuters)