Aktien Schweiz - Schweizer Börse legt deutlich zu

Der anziehende Dollar und starke Konjunkturzahlen aus Europa haben der Schweizer Börse am Dienstag Auftrieb verliehen. Die Anleger griffen Händlern zufolge auf breiter Front zu.
21.02.2017 17:45
Freundliches Börsenwetter am Dienstag an der SIX.

Die Stimmung hob auch die Tatsache, dass sich die Euro-Gruppe mit Griechenland auf weitere Reformen geeinigt hat, was die Voraussetzung dafür ist, dass das schuldengeplagte Land weitere Hilfszahlungen erhält, heisst es am Markt.

Der SMI legt bis Börsenschluss 0,6 Prozent auf 8567 Punkte zu - den höchsten Stand seit Januar 2016.

Die Anleger seien sehr entspannt, sagt ein Börsianer und verweist auf den Rückgang des Volatilitätsindex. Das Angstbarometer sank um 3 Prozent auf den tiefsten Stand seit Dezember 2014. Für etwas Verunsicherung sorgen Umfrageergebnisse aus Frankreich. Jüngsten Wahlumfragen zufolge holt die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen auf - ihre Chancen für einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im April steigen also.

Walter Meier fusioniert mit Tobler - die Anleger freuts

Das Hauptaugenmerk galt Walter Meier. Die Klimatechnikfirma und der Haustechnik-Grosshändler Tobler schliessen sich zusammen. Es entsteht ein Unternehmen mit einem Umsatz von einer halben Milliarde Franken, das ein Betriebsergebnis von 60 Millionen Franken anpeilt. Analysten begrüssen den Schritt. Die Walter Meier-Aktien schnellen 5,5 Prozent in die Höhe.

Bei den Bluechips überwiegen Gewinner. Einzig die Aktien des Prüfkonzerns SGS des Riechstoffherstellers Givaudan schwächen sich ab. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch machen anfängliche Einbussen mehr als wett und notieren um 0,7 und 0,9 Prozent fester. Im Januar gingen die Uhrenexporte gegenüber dem Vorjahresmonat nominal zwar um 6,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken zurück. Der Trend stimme aber, heisst es am Markt. Der Rückgang in Hongkong verlangsame sich und in China ziehen die Verkäufe an.

Einen kräftigen Anstieg verzeichnet Pharma-Schwergewicht Roche mit einem Kursplus von 1,0 Prozent. Das Medikament Alecensa wurde in der EU vorläufig zur Behandlung von Patienten mit ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zugelassen, die zuvor mit Crizotinib behandelt wurden. Die meisten Patienten entwickelten innerhalb eines Jahres nach Beginn der Behandlung eine Resistenz gegen die derzeitige Standardtherapie, erklärte Roche.

Die Aktien von Rivale Novartis gewinnen 0,9 Prozent an Wert. Mit Nestlé rückt auch das dritte SMI-Schwergewicht vor: Die Titel des Lebensmittelkonzerns steigen um 0,2 Prozent und machen einen Teil des Vortagsverlusts wett.

Finanzwerte tendieren meist fester

Bei den Banken notieren die Aktien der UBS 0,1 Prozent höher, die Titel der Credit Suisse ziehen 0,8 Prozent an. Julius Bär sind um 0,3 Prozent höher. Die Anteile der Cembra Money Bank sind vor der am Donnerstag erwarteten Jahresbilanz unverändert.

Auch die Versicherungswerte zogen mehrheitlich an. Bâloise und Helvetia legen 1,6 und 1,4 Prozent zu. Berenberg hat die Analyse der beiden Firmen mit der Empfehlung "Buy" aufgenommen.

Auch bei Anteilen zyklischer Firmen setzte sich ein Aufwärtstrend durch. ABB, Adecco und Lafarge-Holcim steigen um 0,9 bis 1,5 Prozent.

Burckhardt verlieren weiter an Boden

Am breiten Markt setzen die Aktien von Burckhardt ihre Abwärtsbewegung mit 2,2 Prozent Kursabschlag fort. Der Kompressorenhersteller hatte am Montag wegen des mauen Geschäftsgangs Kurzarbeit angekündigt.

Die Aktien des Stahlproduzenten von Schmolz+Bickenbach steigen nach einer Kaufempfehlung der Commerzbank um 4,2 Prozent.

Die Galenica-Aktien steigen um 1,9 Prozent. Nach der Zürcher Kantonalbank hat auch die Bank Vontobel die Analyse des Arzneimittelherstellers und Apothekenlieferanten ausgesetzt. Ein Händler spekulierte, dass die beiden Banken in die geplante Aufspaltung des Konzerns und den Börsengang von Galenica Sante involviert sein könnten. Die Aufteilung soll bis spätestens Jahresende über die Bühne gehen.

(Reuters)