Aktien SchweizDer SMI überspringt 8400 Punkte deutlich

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag auf breiter Front zugelegt. Der anziehende Dollar-Kurs und der höhere Ölpreis sorgten laut Händlern für eine gute Stimmung.
09.02.2017 17:45
Klares Plus am Donnerstag an der Schweizer Börse.

Der SMI steigt bis Handelsschluss um 0,7 Prozent auf 8438 Punkte. Am Mittwoch hatte der Leitindex um 0,1 Prozent höher geschlossen.

Die Sorgen der Anleger um die Zukunft Europas traten wieder etwas in den Hintergrund. Auch eine Studie der Bank of America Merrill Lynch, wonach der Trend zu guten Firmenbilanzen anhalten dürfte, sorgte für Optimismus. "Bis jetzt sind die Signale positiv. Wir erwarten für 2017 einen Anstieg der Gewinne je Aktie im zweistelligen Prozentbereich", erklärt die Grossbank. Europäische Aktien seien zudem im Vergleich zu den US-amerikanischen unterbewertet. Die Bewertungsunterschiede seien auf den höchsten Stand seit 40 Jahren gestiegen. Dies löste weitere Käufe aus, sagen Händler.

Die aufgehellte Stimmung zeigte sich auch im Angstbarometer der Börse, dem Volatilitätsindex, der mit gut 12 Punkten praktisch auf Jahrestief stand.

Zurich verlieren nach übervorsichtigem Ausblick

Zu den wenigen Standardwerten, die schwächer sind, zählen die Anteile von Zurich Insurance. Ihr Kurs sinkt um 0,5 Prozent. Die Bilanz, die Europas fünftgrösster Versicherer vorgelegt habe, liege "nur im Rahmen der Erwartungen", sagen Händler. Der Ausblick sei etwas gar vorsichtig und zeuge auch nicht von sehr viel Zuversicht, sagt ein anderer Händler.

Dank Sparanstrengungen konnte Zurich den Gewinn 2016 wie von Analysten erwartet um drei Viertel auf 3,2 Milliarden Dollar steigern. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr 17 Franken Dividende je Aktie erhalten. Das Geschäftsergebnis bilde eine sehr gute Basis, um die Finanzziele 2019 zu erreichen, sagte Zurich-Chef Mario Greco. Ein Interesse am italienischen Konkurrenten Generali verneint der Konzern. "Generali ist und war nie ein interessantes Ziel für uns", liess Zurich-Chef Mario Greco über einen Firmensprecher ausrichten.

Leonteq  rauschen nach Gewinneinbruch in den Keller

Die Aktien von Leonteq sacken um 8,3 Prozent ab und setzen damit den volatilen Kursverlauf der Vortage fort. Nach einer Gewinnwarnung im Dezember will der Derivate-Anbieter mit einem verschärften Sparprogramm die Wende schaffen. Schwierige Marktbedingungen und hohe Investitionen führten 2016 zu einem Gewinneinbruch um drei Viertel auf 17,2 Millionen Franken. Entsprechend will Leonteq für das abgeschlossene Jahr keine Dividende zahlen.

"Das Eingeständnis technischer Probleme kratzt schon nochmal am Hochglanzlack, mit dem sich Leonteq in der Vergangenheit umgeben hatte. Die Dividende fällt aus und für 2017 wurde quasi noch einmal eine Gewinnwarnung gegeben", kommentiert ZKB-Analyst Michael Kunz den Jahresbericht. "Es ist zu früh, um bereits Licht am Ende des Tunnels erkennen zu können."

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS machen einen Teil der Vortagesabschläge wett und steigen um 1,8 und 1,3 Prozent. Am Mittwoch hatten Spekulationen im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang des Schweizer Geschäfts die Aktien der CS stark unter Druck gesetzt.

Die Anteile der Versicherer sind bis auf Zurich fester. Swiss Life und Bâloise steigen um mehr als 1 Prozent.

Pharmatitel wieder grosse Marktstütze

Die stärksten Stützen des Marktes waren die krisenresistenten Schwergewichte. Die Pharmawerte Roche und Novartis steigen um 1,1 und 1,2 Prozent. Die Papiere des Nahrungsmittelriesen Nestlé bröckeln dagegen leicht ab. Sie waren am Mittwoch 1,7 Prozent gestiegen.

Die Titel zyklischer Firmen verbuchen mehrheitlich Kursgewinne. Die Aktien von ABB legen 1,1 Prozent zu und machten damit einen Teil des Kursabschlags wett, den der Elektrotechnikkonzern am Mittwoch nach der Bilanzvorlage verzeichnet hatte.

Lafarge-Holcim gewinnen 2,8 Prozent. Die Aktien des Zementkonzerns zählen zusammen mit den ABB-Papieren zu möglichen Gewinnern von den Infrastukturvorhaben von US-Präsident Donald Trump, sagt ein Händler.

Am breiten Markt gewinnen DKSH 2,3 Prozent. Die Bank Vontobel hat den Anteil des Marktexpansionsdienstleisters auf "Buy" von "Hold" hochgestuft.

(Reuters)