Aktien Schweiz - Der SMI tastet sich an die 8400er-Marke heran

Die Schweizer Börse hat am Dienstag mehrheitlich fester tendiert. Die Anleger machten sich Gedanken über die weitere politische Entwicklung in Europa.
07.02.2017 17:45
An der Schweizer Börse gings am Dienstag zügig voran.

"Die Anleger sorgen sich zwar um die Wahlen in Frankreich und den Streit um Finanzhilfen für Griechenland", sagt ein Händler. Aber eine Reihe von guten Firmenbilanzen aus dem In- und Ausland konnte die Bedenken etwas zerstreuen. Gefragt waren vor allem die Titel der als krisenresistent geltenden Pharma- und Lebensmittelfirmen. Ihnen war denn auch der Kursanstieg zur Hauptsache geschuldet.

Der SMI legt bis Handelschluss 0,5 Prozent zu auf 8370 Zähler. Zwischenzeitlich hatte er die 8400-Punkte-Marke knapp übertroffen. Am Montag war der Leitindex um 0,2 Prozent gestiegen.

Die politischen Unwägbarkeiten in Europa dämpften den Risikoappetit, kommentiert die Grossbank Credit Suisse in ihrem "Investment Daily". "Um den US-Präsidenten Donald Trump hat sich der Staub etwas gelegt. Jetzt stürzen sich die Marktteilnehmer auf die Umfrageergebnisse aus Frankreich", sagt ein Händler.

Knapp zwei Drittel der französischen Wähler wünschen sich einer Umfrage des Instituts Harris Interactive zufolge einen anderen konservativen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl als den wegen einer Korruptionsaffäre angeschlagenen François Fillon. Auch rekordhohe Geldabflüsse Italiens im Zahlungssystem der Notenbanken werden zunehmend kritisch betrachtet.

Positive Stimmung nach guten Firmenabschlüssen

Dank einiger erfreulicher Firmenergebnisse aus dem In- und Ausland hellte sich die Stimmung etwas auf. In der Schweiz gewinnt die Bilanzsaison allerdings erst ab Mittwoch an Fahrt, wenn mit ABB, Swisscom und Syngenta drei Bluechip-Firmen ihre Zahlen offenlegen. Ihre Aktien gewinnen gegen 1 Prozent.

Im Fokus stand AMS. Die Anleger quittierten die Ergebnisse mit massiven Deckungskäufen. Der Titel des Sensor- und Chipherstellers schnellt um mehr als ein Fünftel hoch auf den höchsten Stand seit Herbst 2015. Der Gewinn brach 2016 bei einem Umsatz von 549,9 Millionen Euro zwar auf 102,9 (Vorjahr 148,7) Millionen Euro ein. Aber für das 1. Quartal 2017 erwartet AMS dank der Übernahme des Heptagon-Geschäfts einen Umsatzanstieg auf 141 bis 148 Millionen Euro.

Die Furcht vor einem Rückgang des Geschäfts mit Apple hatte in den vergangenen Monaten mehrfach auf den Kurs gedrückt und Marktteilnehmer gingen hohe Wetten gegen die österreichische Firma ein. Nun dürfte das Geschäft mit dem iPhone-Hersteller aber anziehen. Im zweiten Halbjahr stehe eine massive Produktionssteigerung für den Hauptkunden an, sagt Vontobel-Analyst Michael Foeth. AMS zählt auch Samsung zu seinen Kunden.

Die Anteile der Pharmariesen Novartis und Roche bauten ihre Gewinne im Verlauf auf 0,8 und 1,0 Prozent aus. Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan, ebenfalls ein defensiver Wert, rückt 1,3 Prozent vor. Roche hat in Kanada die Zulassung für Gazyva für eine weitere Indikation erhalten.

Gefragte Lebensmittelaktien

Der Lebensmitteltitel Nestlé gewinnt 0,3 Prozent. Mit den Anteilen von Aryzta, Bell und Barry Callebaut waren weitere Lebensmitteltitel gefragt.

Die Aktien der meisten zyklischen Firmen drehten im Verlauf ebenfalls nach oben. ABB steigen am Tag vor der Bilanzvorlage um 0,6 Prozent. Der Luxusgütertitel Richemont legt nach dem Vortagesverlust zu, Swatch dagegen gibt weiter nach.

Die Finanzwerte holten im Verlauf anfängliche Einbussen auf. Die Versicherungstitel gewinnen leicht. Zurich aber, deren Ergebnis am Donnerstag erwartet werden, büssen 0,1 Prozent ein. Analysten prognostizieren ein Gewinnplus von 80 Prozent. Swiss Re und Swiss Life sind ebenfalls wenig verändert.

Die Grossbank Credit Suisse wird um 0,9 Prozent tiefer bewertet. Die Anteile der Rivalin UBS geben um 0,2 Prozent auf 15,79 Franken nach. Merrill Lynch stufte den Titel mit Kursziel 17 Franken auf "Neutral" von "Underperform" hoch.

Die Anteile der Bank Vontobel sind gehalten. Der Vermögensverwalter veröffentlicht am Mittwoch den Geschäftsabschluss. Die Erwartungen seien sehr hoch, schreiben die Analysten der ZKB.

Oerlikon nach Ausbauankündigung gesucht

Am breiten Markt erfreuen sich die Aktien des Maschinenbauers Rieter, der Technologiefirma Comet sowie von Meyer Burger, Logitech, U-blox und Kudelski steigender Kurse. Die Westschweizer Firma liefert Verschlüsselungs- und Sicherheitstechnologie an den viertgrössten Kabelnetzbetreiber in den USA, Altice.

Die Aktien von Oerlikon klettern um 1,4 Prozent nach oben. Der Anlagenbauer erweitert die Aktivitäten im Bereich der additiven Fertigung im US-Bundesstaat North Carolina und investiert 2017 und 2018 55 Millionen Franken.

(Reuters)