Aktien Schweiz - Nestlé-Aktie hält die Schweizer Börse im Plus

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch wenig verändert tendiert. Händler sprechen von einem richtungslosen Markt, der dank Gewinnen der Schwergewichte Nestlé und Novartis vor einem Rückgang bewahrt blieb.
22.02.2017 18:00
Am Mittwoch wieder einmal die grosse Marktstütze an der Schweizer Börse: die Aktie von Nestlé.
Am Mittwoch wieder einmal die grosse Marktstütze an der Schweizer Börse: die Aktie von Nestlé.
Bild: Bloomberg

Der SMI notiert zum Handelsschluss mit 8585 Punkten um 0,2 Prozent höher. Genährt werde die insgesamt gute Marktstimmung von der Rekordjagd an der Wall Street und starken Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone. "Der Kern der Euro-Zone befindet sich in wirtschaftlich guter Verfassung", sagt Daniel Hartmann von der Bantleon Bank.

Vor der Veröffentlichung der Protokolle der Offenmarktausschusssitzung der US-Notenbank blieben die Anleger allerdings lieber in Deckung, sagen Händler. Von der Mitschrift erhoffen sie sich Hinweise, ob die US-Notenbank die Zinsen schon im März anheben könnte und wie die Fed die Pläne des neuen US-Präsidenten Donald Trump einschätze, heisst es.

"Viele Marktteilnehmer setzen auf eine Korrektur, aber die will einfach nicht kommen", sagt ein Börsianer. Aus charttechnischer Sicht seien die Aussichten gut, sagt ein Händler. "Es sieht so aus, als ob auch wir nach oben ausgebrochen wären." Der SMI dürfte den hartnäckigen Widerstand im Bereich 8480 bis 8500 Punkte hinter sich gelassen haben.

ABB-Kapriolen schlagen nicht auf den Kurs durch

Für Gesprächsstoff, nicht aber für Kurskapriolen, sorgte ABB. Die südkoreanische Tochter des Elektrokonzerns sieht sich mit einem Betrugsfall konfrontiert. Ein mittlerweile nicht mehr auffindbarer Finanzdirektor der Firma habe Geld mutmasslich veruntreut und unterschlagen, erklärte ABB. Der Vorfall werde sich auch auf die bereits vorgelegte vorläufige Bilanz für 2016 auswirken. Aktuell erwarte ABB Kosten von rund 100 Millionen Dollar vor Steuern. Bei der Generalversammlung Mitte April soll Lars Förberg vom Grossaktionär Cevian in den Verwaltungsrat gewählt werden. Die ABB-Aktien geben 0,5 Prozent nach.

"Für die Anleger ist es wichtiger, dass ein Cevian-Vertreter in den ABB-Verwaltungsrat kommt", sagt ein Händler. "Die 100 Millionen Dollar sind zwar ärgerlich, aber für ABB kein so grosser Betrag."

Bei den Anteilen zyklischer Firmen setzte sich keine Richtung durch. Der Zementproduzent Lafarge-Holcim steigt um 0,2 Prozent. Die Titel des Personalvermittlers Adecco rutschen 0,7 Prozent ab. Der Maschinenbauer Oerlikon legt 0,9 Prozent zu, Rivale Rieter verliert dagegen 0,7 Prozent. Die Aktien der Inspektionsfirma SGS ziehen um 1,0 Prozent an.

Nestlé stützt den Markt

Bei den als krisensicher geltenden Pharma-Schwergewichten sind Novartis um 0,5 Prozent fester und die Genussscheine von Rivalin Roche gaben 0,1 Prozent nach. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé ziehen 1,2 Prozent an und bilden damit die stärkste Stütze des Marktes.

Finanzwerte zeigen sich mehrheitlich schwächer. Dabei schlagen sich die Versicherungswerte mit Einbussen von einem halben Prozent oder weniger besser als die europaweit unter Druck stehenden Bankaktien. Die Titel des Rückversicherers Swiss Re sind am Tag vor der Jahresbilanz um 0,3 Prozent tiefer. Die Anteile der Grossbank Credit Suisse fallen um 0,8 Prozent und UBS büssen 1,8 Prozent ein. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen. Zudem trübe der neuerliche Renditerückgang die Geschäftsaussichten der Geldhäuser wieder ein.

Am breiten Markt setzen die Aktien von Walter Meier den Anstieg vom Vortag fort und ziehen weitere 7,1 Prozent an. Die Klimatechnikfirma will mit dem Haustechnik-Grosshändler Tobler fusionieren.

Übernahmespekulationen treiben die Basilea-Aktie

Spekulative Käufe schieben die Aktien von Basilea 5,7 Prozent hoch. "Seit der Mitteilung, dass Actelion von Johnson & Johnson geschluckt wird, sind die Übernahmespekulationen um Basilea wieder aufgefrischt", sagt ein Händler. Zudem seien die am Montag veröffentlichten Ergebnisse gut gewesen. "Die Einschätzung der Umsatzverdoppelung gibt Luft nach oben", sagt ein Händler.

Die KTM-Aktien rücken 0,7 Prozent vor. Der Mehrheitsaktionär des Motorradherstellers, Pierer Industries, will 12,1 Prozent seiner Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung abstossen. Pierer werde danach weiterhin mindestens 62,8 Prozent der Anteile halten. "Das sorgt für mehr Liquidität am Markt", sagte ein Händler. "Das ist positiv."

(Reuters)