US-Börsen in Feierlaune - Dow Jones knackt 20'000-Punkte-Marke

Der US-Leitindex Dow Jones hat erstmals in seiner rund 120-jährigen Geschichte die Schallmauer von 20'000 Punkten durchbrochen.
25.01.2017 22:28
Trader in Feierlaune
Trader in Feierlaune
Bild: Bloomberg

Wenige Tage nach Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump stieg der Standardwerteindex am Mittwoch zeitweise um 0,9 Prozent auf ein Rekordhoch von 20'082 Zählern. "Die Trump-Rally ist wieder da", sagte ein Börsianer.

"Es sieht danach aus, dass Präsident Trump recht begierig ist, seine Wahlkampf-Versprechen zur US-Wirtschaft mittels Erlassen umzusetzen", sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. Der Republikaner hatte unter anderem milliardenschwere Konjunkturprogramme und eine Deregulierung der Banken angekündigt. Trump selbst kommentierte den Dow-Rekord via Twitter mit "Grossartig!"

Zum Schluss notierte der Dow-Jones-Index 0,8 Prozent höher auf 20'068 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte 0,8 Prozent auf 2298 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um ein Prozent auf 5656 Punkte.

Spekulationen auf grosse Konjunkturpakete mit massiven Steuersenkungen in den USA versetzten auch in Europa Anleger in Kauflaune. Der Dax rückte um 1,8 Prozent auf 11.806 Punkte vor und lag damit so hoch wie zuletzt im Mai 2015. Von seinem im April 2015 aufgestellten Rekordhoch ist er damit nur noch rund fünf Prozent entfernt. Der EuroStoxx50 legte um 1,4 Prozent auf 3326 Zähler zu.

"Hauptsache, es geht nach oben"

Seit Trumps überraschendem Wahlsieg Anfang November haben Dow und Dax rund zehn Prozent gewonnen. Aufkommende Zweifel an einem US-Wirtschaftsboom hatten der Rally in den vergangenen Wochen allerdings den Schwung genommen. Börsianer sehen momentan dennoch kein Ende des Höhenfluges. Es sei ermutigend, dass der US-Index die Hürde bereits zur Eröffnung genommen habe und nicht gleich wieder darunter gefallen sei. "Das Parkett war voll, alle waren aufgeregt", fasste Ken Polcari vom Broker O'Neil Securities die Stimmung beim Rekordsprung zusammen. Ob der Index bei 20'000 oder 21'000 Punkten stehe, sei aber an sich nicht so wichtig, betonte Stratege Michael Purves von Weeden & Co. "Die Hauptsache ist, dass es weiter nach oben geht."

Investoren sollten jedoch nicht überschwänglich optimistisch werden, warnte Nord-LB-Analyst Tobias Basse. "Die internationalen Aktienmärkte bleiben die Gefangenen einer fast schon chronischen Euphorie." Risiken würden momentan weitgehend ausgeblendet. "Insofern drohen Rückschläge."

Bei den US-Einzelwerten schoben gute Geschäftszahlen von Boeing den Dow Jones kräftig an. Der Flugzeugbauer verdiente spürbar mehr und will im laufenden Jahr mehr Verkehrsflugzeuge ausliefern als 2016. Die Papiere legten um 4,2 Prozent zu.

Ebenfalls gefragt waren mit einem Plus von mehr als fünf Prozent die auch in den USA notierten Aktien der Deutschen Bank. Deutschlands grösstes Geldhaus erwägt nach Aussagen von Insidern im Rahmen seiner neuen Strategie einen Teilbörsengang der Vermögensverwaltung, die als Perle der Bank gilt. Analysten taxieren die Sparte auf rund acht Milliarden Euro - etwa ein Drittel des aktuellen Börsenwertes der gesamten Deutschen Bank. Zudem setzte sich die Gewinnserie der Aktien von Goldman Sachs und JP Morgan fort. An dem Dow-Anstieg von tausend Punkten von Mitte November bis dato gingen rund 20 Prozent auf das Konto der Aktien der beiden Investmentbanken.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 1907 Werte legten zu, 1047 gaben nach und 133 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 1996 im Plus, 840 im Minus und 227 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach einer enttäuschenden Auktion von fünfjährigen Staatspapieren nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 14/32 auf 95-15/32. Die Rendite stieg auf 2,5227 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 29/32 auf 95-17/32 und rentierte mit 3,1050 Prozent.

(Reuters)