Ein Fonds, der auf glückliche Russen setzt

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist eine gute Nachricht für russische Konsumenten. Darauf setzt jedenfalls einer der erfolgreichsten Aktien-Investoren aus Europas Norden.
21.01.2017 08:11
Gute Angebote? Blick in einen russischen Supermarkt.
Gute Angebote? Blick in einen russischen Supermarkt.
Bild: Bloomberg

"Viele Russen sind glücklich, dass Trump zum Präsidenten gewählt wurde", sagt Peter Elam Hakansson, Partner und Chief Investment Officer von East Capital in Stockholm, im Telefoninterview mit Bloomberg. "Das ist positiv" für jeden, der mit Rohstoffen zu tun hat.

Die Aussicht auf eine russlandfreundlichere Politik der neuen US-Regierung und die potenzielle Aufhebung oder Lockerung der Sanktionen verheissen Elam Hakansson zufolge Gutes für die Volkswirtschaft und die russischen Unternehmen.

Bei den Rohstoffen habe bereits im abgelaufenen Jahr eine Erholung eingesetzt, mit steigenden Preisen für alles, von Kohle über Eisenerz bis zu Zink, und gestützt von Produktionskürzungen und zunehmender Nachfrage.

73 Prozent Ertrag in einem Jahr

Der East Capital Russian Fund im Volumen von 6,8 Mrd. Kronen (716 Mio. Euro) kam für 2016 auf einen Ertrag von 73 Prozent, gemessen in Kronen. Damit zählt er laut Fondsbeobachter Morningstar zu den besten drei Aktienfonds in der nordischen Region. Der East Capital, der seit 1998 in Russland investiert, hat seine Benchmark um 6,5 Prozentpunkte geschlagen.

Der russische Benchmark-Index Micex hat in diesem Jahr bislang ein Minus von 1,9 Prozent verzeichnet, kommt für die letzten zwölf Monate indes auf ein Plus von 35 Prozent.

"Die grössten Auswirkungen hatten diese Sanktionen auf den Bankensektor", sagt Elam Hakansson. "Die grossen Banken waren nicht in der Lage, im Ausland Anleihen aufzunehmen oder Aktien zu platzieren. Es würde dem gesamten Bankensektor helfen."  

Geopolitik als grösstes Risiko

Die grössten Positionen des Fonds sind Sberbank of Russia PJSC, Lukoil PJSC sowie Einzelhändler, darunter X5 Retail Group NV und Magnit PJSC.

Trump sei unberechenbar, so Elam Hakansson, aber wenn es weniger Spannungen zwischen den USA und Russland gebe, "sieht es viel besser aus als seit langem".

"Das grösste Risiko sind anhaltende geopolitische Unruhen", erklärt Elam Hakansson. "Wenn der Markt in Russland schwach ist, stand das in Beziehung zu Unruhen in der Ukraine."

(Bloomberg)