Europäische Aktienmärkte - Frankreich-Wahlen treiben Händler in die Schweizer Aktien

Schweizer Aktien werden wieder einmal zu Anlegers Liebling.
01.03.2017 19:15
Der sichere Hafen Schweiz ist wieder einmal gefragt, auch bei den Aktienhändlern (Blick auf den Novartis-Hauptsitz in Basel).
Der sichere Hafen Schweiz ist wieder einmal gefragt, auch bei den Aktienhändlern (Blick auf den Novartis-Hauptsitz in Basel).
Bild: Bloomberg

Die näherrückenden Wahlen in Frankreich haben die Besorgnis geweckt, dass es mit der derzeitigen Ruhe am Markt bald zu Ende sein könnte. Schutz suchen Händler im defensiv-lastigen Swiss Market Index (SMI). Mit einem Anstieg von 5 Prozent weist der Schweizer Leitindex dieses Jahr die beste Entwicklung unter den grossen europäischen Aktienmärkten auf.

Gleichzeitig sind die Kosten für eine Absicherung gegen Kursschwankungen von einem Hoch aus gesunken und haben im Februar im Vergleich zu den Absicherungskosten beim Euro Stoxx 50 Index das niedrigste Niveau seit Oktober erreicht.

"Investoren testen einmal wieder den Ruf der Schweiz als erste Anlaufstelle für eine Flucht in die Qualität", sagt Alex Neil, Leiter Aktien- und Derivatehandel bei der EFG Bank in Genf. "Gerade um die Ecke gibt es einen perfekten Sturm an wahrgenommenen politischen Risiken, und die Schweiz hat eine zunehmend robuste Wirtschaft und einen Rücksetzer bei der Währung zu bieten."

Solide Wachstumsprognosen

Die schweizerische Volkswirtschaft wird Prognosen zufolge 2017 schneller expandieren, während sich das Wachstum im Euro-Raum abkühlen dürfte. Zugleich hat ein schwächerer Franken die Attraktivität der helvetischen Aktien verstärkt. Zusammen mit den Wahlen in Frankreich hat dies zu einem höheren Vertrauen in den Schweizer Aktienmarkt geführt: Die Wetten auf Ausschläge beim SMI in den nächsten beiden Monaten liegen 24 Prozent niedriger als beim Euro Stoxx 50.

Eine vergleichbare Entwicklung zeigten die Schweizer Aktien im Nachgang der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Investoren trieben die Bewertungen auf das höchste Niveau seit 2013 im Vergleich zum regionalen Index. Der Optimismus hielt sich indes nicht lange und der SMI entwickelte sich das zweite Jahr in Folge schlechter als der Euro Stoxx 50. Jetzt werden die Unternehmen im SMI zum 16,9-Fachen ihrer geschätzten Gewinne gehandelt, auf einer Linie mit ihrem Fünf-Jahres-Durchschnitt im Vergleich zum Euro Stoxx 50.

(Bloomberg)