Freysinger erleidet Rückschlag bei Walliser Wahlen

Bei den Walliser Regierungsratswahlen vom Sonntag hat der bisherige SVP-Staatsrat Oskar Freysinger eine Schlappe erlitten. Er kam lediglich auf den 6. Platz und wäre somit nicht gewählt. Es wird aber einen zweiten Wahlgang geben.
05.03.2017 19:18

Keiner der 13 Kandidierenden hat bei den Walliser Regierungsratswahlen das absolute Mehr von 60'793 Stimmen erreicht. Damit ist niemand gewählt, und es wird ein zweiter Wahlgang nötig.

Das beste Resultat machte trotz der Affäre um sein ausserehelich gezeugtes viertes Kind der ehemalige Präsident der CVP Schweiz, Christophe Darbellay. Er erhielt 51'160 Stimmen. Hinter ihm folgt der bisherige CVP-Regierungsrat Jacques Melly mit 50'518 Stimmen.

Ein überraschend gutes Resultat erzielte auch der Oberwalliser CVP-Kandidat und Nationalrat Roberto Schmidt mit 49'964 Stimmen, der auf den dritten Platz kam. Im Oberwallis machte Schmidt sogar das beste Resultat von allen Kandidatinnen und Kandidaten.

Einer Sensation gleich kommt, dass die bisherige SP-Regierungsrätin Esther Waeber-Kalbermatten (34'120 Stimmen) und der ehemalige SP-Nationalrat Stéphane Rossini (32'788 Stimmen) noch vor dem bisherigen SVP-Regierungsrat Oskar Freysinger (30'857 Stimmen) liegen. Freysinger schafft es lediglich auf Platz sechs.

Für Freysinger und sein "Rechtsbürgerliches Bündnis" ist das eine herbe Schlappe, hatte der ehemalige SVP-Nationalrat vor vier Jahren doch gleich auf Anhieb mit dem besten Resultat aller Kandidierenden auf Kosten der FDP den Einzug in die Walliser Regierung geschafft.

Im Vergleich zu 2013 verlor Freysinger mehr als 20'000 Stimmen. Er schnitt sowohl im Ober- wie auch im Unterwallis schlechter ab als vor vier Jahren. Sogar in seiner Wohngemeinde Savièse wurde Freysinger von Rossini geschlagen. Trotzdem will er beim zweiten Wahlgang noch einmal antreten, wie Freysinger gegenüber der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens sagte.

Auch der dissidente CVP-Kandidat Nicolas Voide, der mit Freysinger auf der Liste des "Rechtsbürgerlichen Bündnisses" kandidierte, liegt mit 26'305 Stimmen deutlich hinter den drei offiziellen CVP-Kandidaten. Voide sagte in einer ersten Reaktion, der Abstand zu Darbellay sei deutlich; er entscheide aber erst am Dienstag zusammen mit dem "Rechtsbürgerlichen Bündnis" über einen allfälligen Rückzug.

Die Kandidatur von Voide war direkt gegen Darbellay gerichtet, denn die beiden stammen beide aus dem Bezirk Martigny. Augrund der Kantonsverfassung kann nur ein Vertreter pro Bezirk gewählt werden.

(SDA)