Für Aargauer Regierungsrat ist Jobabbau bei GE mehr als ein Gerücht

Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor nährt Sorgen, wonach der Industrieriese GE an seinen Schweizer Standorten einen weiteren Jobabbau plant. Urs Hoffmann bezeichnete es in einem Interview als "blauäugig, einen möglichen Stellenabbau als reines Gerücht abzutun".
25.10.2017 11:21

Der Regierungsrat sei regelmässig in Kontakt mit GE, sagte Hoffmann gegenüber der "Aargauer Zeitung" (AZ) am Mittwoch. "Unabhängig vom Artikel in der AZ fand auch gestern ein Gespräch statt. Aber auch gegenüber uns bestätigt das Unternehmen weder den Stellenabbau noch die Zahl der gefährdeten Jobs".

Die AZ hatte am Dienstag unter Berufung auf interne Unternehmensquellen berichtet, dass GE in der Schweiz nochmals 1300 der bestehenden 4500 Stellen abbauen will. Betroffen seien die Standorte Baden, Birr und Oberentfelden im Kanton Aargau. Im Juni hatte GE bereits den Abbau von rund 900 Stellen an den früheren Alstom-Standorten kommuniziert.

"Ich bin nicht einmal sicher, ob die Verantwortlichen bei GE schon wissen, wie viele Jobs wo abgebaut werden sollen", sagte Hoffmann weiter. Wenn es zu Entlassungen komme, erwarte die Regierung allerdings einen grosszügigen Sozialplan.

GE-Chef John Flannery hatte vergangene Woche bei einem Gespräch mit Analysten die vorgelegten Quartalszahlen als "fürchterlich" und "inakzeptabel" bezeichnet. Er werde Unternehmensteile im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar abstossen. Dadurch werde GE in den kommenden Monaten "ein einfacheres, fokussierteres Portfolio" erhalten. Das Ergebnis für das Kerngeschäft war im dritten Quartal von 2,1 Milliarden auf 1,9 Milliarden Dollar eingebrochen.

Für GE mit seinen weltweit 300'000 Angestellten ist die Schweiz global betrachtet ein kleiner Standort. Die hierzulande 4500 Angestellten machen gerade einmal 1,5 Prozent aller Beschäftigten aus. Der in der Schweiz angesiedelte Bereich - die von Alstom im Jahr 2015 übernommenen Energiesparte - ist ausserdem ein Sorgenkind des Konzerns.

(SDA)