Für die SVP sind Standpunkte wichtiger als Herkunft und Geschlecht

Bei der Wahl der Nachfolge von Bundesrat Burkhalter ist für die SVP die inhaltliche Positionierung der Kandidaten wichtiger als die Herkunft oder das Geschlecht. SVP-Präsident Albert Rösti bedauert, dass sich die Personalsuche auf die lateinische Schweiz beschränkt.
16.08.2017 05:20

Er finde es schade, dass die FDP das Kandidatenfeld so früh reduziert habe und damit keine Deutschschweizer Kandidatur möglich sei, sagte Rösti in einem Interview mit der Zeitung "Blick" vom Mittwoch. Auch die Ostschweiz habe im Moment keinen Bundesrat, gab er zu bedenken.

Ob die SVP den Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis, die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret, den Genfer Staatsrat Pierre Maudet oder gar einen nichtoffiziellen Kandidaten unterstützen würde, dazu wollte sich Rösti nicht äussern. Die Partei entscheide nach den Hearings. Matchentscheidend sei für die SVP, wie sich Kandidaten inhaltlich positionierten, und dass im Bundesrat wieder eine bürgerliche Mehrheit herrsche.

Der Chef der Partei mit der grössten Fraktion im Bundesparlament erklärte, dass etwa bei gleichwertigen Kandidaten die Herkunft den Ausschlag geben könne. Die Frauenfrage hingegen ist für Rösti aber gar keine mehr. Es habe Zeiten gegeben, da hätten vier Frauen im Bundesrat regiert - die Frauenfrage sei damit längst überwunden, sagte er.

Nach Ansicht von Rösti gibt es genügend gute Frauen für den Bundesratsjob. In der Langfristoptik werde sich automatisch ein Ausgleich ergeben, sagte er im Interview. Die SVP etwa verfüge über mehrere bestens ausgewiesene Unternehmerinnen, die das Amt übernehmen könnten. Ein gute Bundesrätin wäre seiner Meinung nach explizit die Bündner Unternehmerin und SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher.

(SDA)