Gefesselt, eingesperrt, ausgeraubt: Kardashians Pariser Alptraum

Mit der Waffe bedroht, gefesselt, eingesperrt, ausgeraubt: Ausgerechnet in der Stadt der Liebe ist Kim Kardashian ein wahrer Albtraum widerfahren. Als Polizisten verkleidete Männer überfielen die 35-Jährige in der Nacht zum Montag in einer Pariser Luxusresidenz.
03.10.2016 14:14

Sie raubten ihr Schmuck im Wert von geschätzten neun Millionen Euro. Das Reality-TV-Sternchen blieb unverletzt, wie ihrer Sprecherin mitteilte.

Die für ihre tiefen Dekolletés bekannte Ehefrau von US-Rapper Kanye West war zur Fashion Week nach Paris gereist und hatte sich in einer Luxusresidenz in der Innenstadt einquartiert. Dort wurde sie in der Nacht zum Montag gegen 2.30 Uhr Opfer des Raubüberfalls.

Nach Worten ihrer Sprecherin wurde sie von "zwei bewaffneten und maskierten Männern, die wie Polizisten angezogen waren" überfallen. Laut Polizei drangen zunächst fünf mit Polizeijacken bekleidete Männer in die Residenz im schicken achten Pariser Bezirk ein und überwältigten den Nachtwächter. Zwei der Männer seien dann in Kardashians Apartment eingedrungen. Sie hätten Kardashian gefesselt und im Badezimmer eingesperrt.

Die Beute: Ein vier Millionen Euro teurer Ring und eine Schatulle mit Schmuck im Wert von fünf Millionen Euro, wie aus Justizkreisen verlautete. Gestohlen wurden auch zwei Handys. Die Täter konnten unerkannt fliehen. Womöglich türmten sie auf Fahrrädern - aus der Eingangshalle der Residenz wurden Velos gestohlen.

Kardashian sei "wirklich sehr aufgewühlt, aber unverletzt", sagte ihre Sprecherin. Die 35-Jährige verliess Paris am Montagmorgen nach ihrer Aussage bei der Polizei mit dem Flugzeug.

Wegen des Überfalls brach Kanye West einen Auftritt in New York ab. Nach etwa einer Stunde verliess der Rapper die Bühne des Festivals The Meadows und sagte, "entschuldigt mich, die Show ist vorbei". Später erklärte ein Organisator, West habe wegen eines "Notfalls in der Familie" sein Konzert abbrechen müssen.

Am Montagmorgen versammelten sich Journalisten und Schaulustige vor dem Tatort im Pariser Madeleine-Viertel. "Da drinnen gibt es nur Stars", sagte ein Kellner eines nahegelegenen Cafés. "Kim Kardashian ist seit einer Woche hier, ich sehe sie kommen und gehen."

Kardashian, Star der Reality-Fernsehserie "Keeping Up with the Kardashians", ist grosser Modefan und reist regelmässig zur Fashion Week nach Paris. Am Sonntag sass die 35-Jährige beim Defilee von Balenciaga in der ersten Reihe und besuchte auch leichtbekleidet die Modenschau von Givenchy.

Nicht nur der Mode wegen hat Kardashian ein besonderes Verhältnis zu Paris: 2014 feierten sie und Kanye West ihre Hochzeit unter anderem mit einer prunkvoll-protzigen Party im Schloss von Versailles nahe Paris. Den jetzigen Überfall dürfte sie in weniger guter Erinnerung behalten.

Doch auch für die Verantwortlichen der französischen Hauptstadt ist der Vorfall höchst unangenehm: Seit dem islamistischen Anschlag vom 13. November mit 130 Toten kämpft Paris mit einem Rückgang der Besucherzahlen. In der Vergangenheit gab es zudem immer wieder Überfälle auf wohlbetuchte Touristen, was dem Ruf von Paris schadeten.

Die konservative Präsidentschaftsanwärterin Nathalie Kosciusko-Morizet warnte am Montag mit Blick auf den Überfall auf Kardashian vor einem Image-Schaden für Paris. Die Sicherheit in der französischen Hauptstadt müsse dringend verbessert werden, sagte sie dem Sender Europe 1.

Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo sah sich genötigt zu betonen, es handle sich um eine "sehr seltene Tat". Der Überfall stelle nicht die Sicherheit in Paris in Frage.

(SDA)