Gewinnmitnahmen belasten Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag im Verlauf Terrain eingebüsst. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, die sich im Verlauf ausgeweitet hätten.
09.11.2017 17:34

Der SMI sank um knapp ein Prozent auf 9178 Zähler. Als Gründe nannten sie den schwächeren Dollar und die Unsicherheit darüber, wann die von US-Präsident Donald Trump angepeilte Steuerreform endlich unter Dach sei. Vor dem Frühjahr werde es in Amerika wohl keine Steuerreform geben, prognostizierten die Analysten der Commerzbank.

Zudem genügten auch gute Firmenergebnisse nicht mehr für weitere Kursgewinne. "Es hat sich eine gewisse Lustlosigkeit an den Märkten eingeschlichen", sagte ein Börsianer. "Viele Marktteilnehmer sind zufrieden mit der Entwicklung ihrer Anlagen und wollen keine Risiken mehr eingehen", sagte ein anderer Börsianer. Seit Jahresanfang hat der Leitindex rund zwölf Prozent gewonnen.

Die zahlreichen, meist guten Zwischenbilanzen bewegten die Kurse kaum. "Enttäuschungen werden abgestraft, gute Berichte dagegen kaum honoriert", sagte ein Börsianer. Für Impulse sorgen könnten am Nachmittag die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten.

Von den 20 Schweizer Standardwerten gaben 19 nach, die Aktien von LafargeHolcim waren dagegen etwas höher. Das gute Ergebnis von Rivale HeidelbergCement strahle auf den Weltmarktführer aus, sagte ein Händler.

Den stärksten Abschlag verbuchten die Aktien von Lonza mit minus 3 Prozent. Der Pharmazulieferer ist der SMI-Titel, der 2017 mit mehr als 60 Prozent Kursplus am stärksten zugelegt hat.

Die Aktien von Zurich Insurance Group ermässigten sich geringfügig. Der Versicherer trat in den ersten neun Monaten auf der Stelle. In der grössten Sparte Schaden- und Unfallversicherung sanken die Prämieneinnahmen um zwei Prozent auf 25,35 Milliarden Dollar. In der Lebensversicherung stagnierten sie mit 3,47 Milliarden Dollar auf dem Vorjahresniveau. Gewinnzahlen gab das Unternehmen nicht bekannt. Zur Dividende wollte sich Finanzchef George Quinn nicht äussern.

Die Anteile anderer Versicherer wie Swiss Re und Swiss Life verloren stärker an Wert. Bankenaktien rutschten nach anfänglich fester Tendenz ins Minus. Die Aktien der UBS sanken um 0,5 Prozent und die von Julius Bär um 0,3 Prozent. Credit Suisse fielen 1,4 Prozent.

Kursverluste gab es für die Luxusgüterhersteller. Die Anteile von Richemont sanken am Tag vor der Halbjahresbilanz um 1 Prozent. Die Swatch-Titel ermässigten sich um 1,8 Prozent.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sackten um zwei Prozent ab. Rivale Siemens enttäuschte mit dem Ergebnis.

Von den Pharma-Schwergewichten waren die Novartis-Aktien um 1 Prozent tiefer, während die Roche-Scheine 0,9 Prozent tiefer gehandelt wurden.

Der Kurs des dritten SMI-Riesen Nestle war 0,8 Prozent niedriger.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von Leclanche um 5,3 Prozent. Die Titel des Herstellers von Grossspeichersystemen waren gefragt. Das indisch-britische Joint-Venture EPAL investiert zwölf Millionen Dollar in ein Energiespeicher-Projekt der Westschweizer Firma in Kanada.

Die Aktien des Injektions- und Infusionssysteme-Herstellers Ypsomed stiegen 0,8 Prozent. Ypsomed hat die Prognose angehoben.

Die Papiere von Lem Holding schlossen unverändert. Der Elektrokomponentenproduzent hat sich positiv über das zweite Halbjahr geäussert.

Die Titel des Stahlproduzenten Schmolz+Bickenbach sackten um 6,5 Prozent ab. Schmolz+Bickenbach habe die Erwartungen nicht erfüllen können, hiess es am Markt.

Die Anteilen des Maschinenbauers Bobst und der Telekomfirma Sunrise rutschten im Verlauf ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Dabei hatte Bobst die Prognose erhöht und Sunrise eine Dividendenerhöhung auf 3,90 bis 4,10 Franken je Aktie in Aussicht gestellt.

(Reuters)