GLP, SVP und FDP schmieden rechtsbürgerliche Allianz im Waadtland

Für den zweiten Wahlgang der Staatsratswahlen vom 21. Mai im Kanton Waadt steigen GLP, SVP und FDP gemeinsam ins Rennen. Die Delegierten der drei Parteien segneten am Montagabend eine entsprechende Allianz ab. Am stärksten umstritten war das Projekt bei der GLP.
02.05.2017 01:30

Mit dem Zweierticket, auf dem die Grünliberale Nationalrätin Isabelle Chevalley und der SVP-Kandidat Jacques Nicolet stehen, wollen die Parteien im zweiten Wahlgang eine rechtsbürgerliche Mehrheit im Staatsrat aufstellen. Sie genehmigten die gemeinsame Liste am Abend, nicht ohne gewisse Vorbehalte.

Bei den Grünliberalen stimmten 30 Delegierte für die Allianz bei 16 Gegenstimmen. "Wir spannen mit der SVP Waadt zusammen und nicht mit Roger Köppel", gab Chevalley zu bedenken. "Ein Bündnis einzugehen bedeutet nicht, sämtlichen Ideen des Bündnispartners zuzustimmen", sagte auch GLP-Präsident François Pointet vor der Versammlung. Man sei dabei, eine neue Rechte im Kanton Waadt zu schaffen.

Bei der SVP stimmten 110 Delegierte für das Ticket mit den Grünliberalen, zwei dagegen und 17 enthielten sich. Es sei ein Entscheid der Vernunft, nicht des Herzens, hiess es aus Parteikreisen. Noch im Dezember hatte die SVP eine solche Allianz abgelehnt. Doch für den zweiten Wahlgang haben sich die Voraussetzungen verändert.

SVP-Nationalrat Nicolet machte sich bei der Versammlung für die Kehrtwende stark. Die SVP habe sich entschieden, die 7000 fehlenden Stimmen in der Mitte zu suchen. "Die Lösung muss nicht angenehm sein, sondern effektiv. Wir wollen eine Siegesstrategie." Die zwei Parteien seien sich etwa in Steuerfragen oder bei der Landwirtschaft einig, sagte er.

Eine rechtsbürgerliche Mehrheit im Staatsrat strebt auch die FDP an. Deren Delegierten sprachen sich am Abend in Yverdon VD "mit grosser Mehrheit" für das Zweierticket von SVP und GLP aus. Es sei die einzige Chance, um den Sitz und damit die Mehrheit im Rat zu gewinnen, sagte FDP-Präsident Frédéric Borloz.

Ins Rennen um die zwei noch unbesetzten Sitze steigen ferner die Bisherige Béatrice Métraux (Grüne) und SP-Nationalrätin Cesla Amarelle. Am Dienstagmittag ist Listenschluss für die zweite Runde. Am 21. Mai wird sich zeigen, ob die Regierung links-grün dominiert bleibt oder die Mehrheit an die Bürgerlichen zurückgeht.

Beim ersten Wahlgang für die Neubesetzung des siebenköpfigen Waadtländer Staatsrats hatten am Sonntag fünf bisherige Regierungsmitglieder - drei von der FDP und zwei von der SP - die Wiederwahl im ersten Anlauf geschafft.

Bereits gewählt sind Pascal Broulis (FDP), Pierre-Yves Maillard (SP), Jacqueline de Quattro (FDP), Philippe Leuba (FDP) und Nuria Gorrite (SP).

Die bisherige Innenministerin Métraux von den Grünen verpasste als einzige der Bisherigen das absolute Mehr. Sie kam auf 48,08 Prozent. Dasselbe gilt für die neu kandidierende SP-Frau Amarelle. Sie kam mit 43,56 Prozent vorläufig auf den siebten und letzten Platz in der siebenköpfigen Regierung, platzierte sich aber noch vor Nicolet.

Dieser erreichte 40,34 Prozent und lag damit nicht so weit hinter Amarelle wie prognostiziert. Die restlichen der insgesamt 15 Kandidierenden lagen mit Wähleranteilen von weniger als zehn Prozent auf den hinteren Rängen.

(SDA)