Google-Schwester Waymo erzielt Teilerfolg über Uber vor Gericht

Im Prozess um angeblichen Technologiediebstahl gegen den Fahrdienstleister Uber hat die Google-Schwester Waymo nur einen Teilerfolg vor Gericht erzielt. Uber muss Waymo-Dateien zurückgeben, darf jedoch die Technologie weiter einsetzen.
15.05.2017 18:58

Der zuständige US-Richter ordnete am Montag an, dass Uber sämtliche Waymo-Dateien, die von einem ehemaligen Ingenieur des Unternehmens heruntergeladen wurden, an Waymo zurückgeben muss. Uber habe "wahrscheinlich gewusst", dass der Ingenieur, der nun für Uber arbeite, die Informationen mitgenommen habe.

Der frühere Waymo-Mitarbeiter gründete 2016 eine eigene Firma, die Uber schliesslich kaufte. Waymo warf Uber vor, Technologien für autonom fahrende Autos entwendet zu haben. Uber bestreitet einen Technologiediebstahl.

Nach Ansicht von Waymo soll die von Uber aufgekaufte Start-up-Firma eine bestimmte Lasertechnologie kopiert haben. Mit den Lidar genannten Lasersensoren sollen die autonom fahrenden Autos andere Fahrzeuge, Fussgänger und weitere Hindernisse in ihrem Umfeld erkennen.

Waymo wollte mit der Klage erreichen, dass Uber gerichtlich untersagt wird, die Technologie weiter einzusetzen. Der Richter sah aber keinen Anlass für ein solches Verbot. Uber darf damit seine Arbeit in dem Bereich fortsetzen.

Waymos Patentansprüche gegen Uber seien "wertlos", sagte der Richter. Allerdings wurde dem ehemaligen Waymo-Ingenieur eine Tätigkeit rund um das Thema Lidar untersagt. Sowohl Waymo als auch Uber begrüssten das Urteil.

Der US-Fahrdienstleister Lyft und Waymo hatten zuvor bekanntgegeben, ihre Kräfte für voll automatisierte Fahrzeuge gegen den Rivalen Uber zu bündeln. Lyft teilte mit, man wolle mit der Partnerschaft bei selbstfahrenden Autos die Vision von Transportdiensten voranbringen. Waymo verbindet die Kooperation mit dem Ziel, seine Technologie mehr Menschen an mehr Orten zur Verfügung zu stellen.

Die Technologie der vollautomatischen Autos ist ein von der Industrie hart umkämpfter Zukunftsmarkt. Sie hat nach Ansicht von Experten das Potenzial, die Art des Transportes und die Nutzung von Autos völlig zu verändern und Kosten deutlich zu reduzieren.

(SDA)