Briefbombe - Griechische Extremisten bekennen sich zu Sprengstoffpaket an Schäuble

Eine griechische Extremistengruppe hat sich zur Absendung eines Sprengstoffpakets an das Bundesfinanzministerium bekannt.
16.03.2017 12:38

"Wir sind immer noch zornig. Wir haben das Paket an Deutschlands Finanzminister als Teil des zweiten Akts des Nemesis-Plans geschickt", hieß es in einer am Donnerstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Gruppe "Verschwörung der Feuerzellen". "Nichts ist vorüber, alles geht weiter." Was der Nemesis-Plan bedeutet, wurde nicht mitgeteilt. Die Polizei geht davon aus, dass das Bekennerschreiben authentisch ist. Finanzminister Wolfgang Schäuble ist in Griechenland sehr unbeliebt. Er gilt als Hardliner bei den Sparforderungen der internationalen Gläubiger des Landes.

Im Finanzministerium war am Mittwoch ein Paket mit Sprengstoff abgefangen worden. Das enthaltene Gemisch "wäre geeignet gewesen, erhebliche Verletzungen beim Öffnen des Pakets zu verursachen", teilte die Polizei mit. Ein sogenanntes Blitzknallgemisch werde häufig bei der Herstellung von Pyrotechnik eingesetzt.

Die griechische Extremistengruppe hatte sich 2010 zur Absendung einer ganzen Reihe von Paketbomben an ausländische Botschaften in Athen bekannt. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise 2009 wird sie für rund 150 Straftaten verantwortlich gemacht.

(Reuters)