Grossbritannien will EU bei Brexit 20 Milliarden Euro zahlen

Grossbritannien ist laut einem Zeitungsbericht beim Ausstieg aus der EU bereit, mindestens 20 Milliarden Euro zur Begleichung finanzieller Forderungen zu zahlen. Darüber habe der EU-Berater von Premierministerin Theresa May Regierungsvertreter in der EU informiert.
20.09.2017 01:54

May werde die Summe in ihrer Grundsatzrede zum Brexit am Freitag bekannt geben, berichtete die "Financial Times" in der Nacht zum Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe.

Bislang hatte London sich nicht dazu geäussert, welche Summe es zur Begleichung seiner Schulden bei der EU zu zahlen bereit ist. Nach Angaben aus EU-Kreisen könnte die Austrittsrechnung bei zwischen 60 und 100 Milliarden Euro liegen.

Eine knappe Mehrheit der Briten hatte bei einem Referendum im Juni 2016 für den Austritt aus der EU votiert. Ende März löste May den Scheidungsprozess offiziell mit dem Austrittsantrag aus. Gemäss Artikel 50 des EU-Vertrages läuft damit eine auf zwei Jahre festgesetzte Frist für die Gespräche, der EU-Austritt ist für Ende März 2019 anvisiert.

Die Brexit-Verhandlungen zwischen Grossbritannien und der EU brachten bislang keine konkreten Fortschritte. Zu den wichtigsten Streitpunkten gehören die Rechte der 3,2 Millionen EU-Bürger in Grossbritannien, die finanziellen Forderungen an London und der Status der britischen Provinz Nordirland.

(SDA)