Grossflächige und farbige Partituren als Kunstwerke

Das Kunstmusem Solothurn widmet eine Ausstellung dem wenig bekannten Schweizer Komponisten Hermann Meier. Er war einer der ersten, der seine Werke in Form von grafischen Partituren aufzeichnete.
28.10.2017 17:00

Der 1906 in Selzach geborene Meier arbeitete zeitlebens als Dorfschullehrer in Zullwil im Schwarzbubenland. Daneben schrieb er Dutzende Werke für ein oder mehrere Klaviere, andere Tasteninstrumente, Lieder, Kammermusik- und Orchesterwerke sowie elektronische Musik.

Entdeckt wurde Meier erst gegen Ende der 1970er Jahre. Und dies vor allem wegen seinen grafischen Partituren, auf denen er ab den 1950er Jahren seine Werke notiert hatte. Meier zeichnete mehrere grossformatige Kompositionspläne auf, die er in den nachfolgenden Arbeitsgängen vertonte. Dabei entstanden bis zur sechs Meter lange, farbige Partituren.

Darauf reduzierte er die musikalischen Anweisungen auf Punkte und Striche. Als Vorbilder dienten ihm moderne Maler und Zeichner wie Max Bill, Hans Arp und Piet Mondrian. Seine grafischen Pläne nannte er in Anlehnung an den von ihm verehrten Mondrian "Mondriane".

Im Rahmen der Ausstellung "Mondrian-Musik - Die graphischen Welten des Komponisten Hermann Meier" werden 50 der grossformatigen Notationen Meiers erstmals öffentlich gezeigt. Dazu geben weitere Dokumente Einblick in das Leben und Schaffen des Komponisten, der 2002 verstarb.

Ergänzt wird die Ausstellung durch grafische Partituren anderer zeitgenössischer Komponisten wie Morton Feldman, Earle Brown, Edgar Varèse und György Ligeti. Bei zwei Konzertveranstaltungen werden Werke von Hermann Meier aufgeführt. Dabei wird auch eine neue CD mit Solopianowerken getauft, die Dominik Blum eingespielt hat.

(SDA)