Handel mit Schuppentieren ist künftig verboten

Der internationale Handel mit Schuppentieren aller Art ist künftig verboten. Die Artenschutzkonferenz in Johannesburg schob am Mittwoch der kommerziellen Nutzung des vom Aussterben bedrohten Säugetiers einen Riegel vor.
28.09.2016 17:36

Die jeweils vier afrikanischen und asiatischen Schuppentierarten würden in Anhang 1 des Artenschutzabkommens aufgenommen, welches den Handel mit bedrohten Tierarten verbietet, teilte die Konferenz mit.

Seit 1994 waren die auch Pangoline genannten Insektenfresser in Anhang 2 des Abkommens gelistet, das Handelsbeschränkungen vorschreibt. Schuppentiere sind bei Wilderern sehr begehrt.

Ihr Fleisch, aber auch ihre Knochen und Organe gelten vor allem in China und Vietnam als Delikatessen. Den Schuppen aus Keratin wird in der traditionellen asiatischen Medizin ebenso wie den Hörnern von Nashörnern eine heilende Wirkung nachgesagt.

In einigen afrikanischen Kulturen herrscht der Glaube, die Tiere hielten böse Geister fern. Die traditionelle afrikanische Medizin schätzt zudem das Fett, das Blut und die Knochen von Schuppentieren.

Tierschützern zufolge ist das Schuppentier das am häufigsten illegal gehandelte Tier der Welt. Laut der Umweltorganistaion WWF wurden trotz der bislang geltenden Handelsbeschränkungen in den vergangenen zehn Jahren schätzungsweise eine Million Pangoline weltweit gewildert und illegal gehandelt.

Die höchstens 20 Kilogramm wiegenden, scheuen Tiere rollen sich in Gefahrenmomenten zusammen und sind damit leichte Beute für Wilderer. Die Aufzucht von Schuppentieren gilt hingegen als schwierig, weil die Tiere das Leben in Gefangenschaft als Stress empfinden.

Die Entscheidung der Konferenz, die Tiere in die höchste Schutzstufe aufzunehmen, sei ein "wichtiger Schritt für den internationalen Artenschutz", erklärte Arnulf Köhncke, Artenschutzexperte beim WWF Deutschland. Nun müssten die betroffenen Staaten "zügig auch strengere Kontrollen und Strafen einführen".

Die Tierschutzorganisation Ifaw begrüsste auch die Aufnahme des Berberaffen in die höchste Schutzkategorie. Der in Nordafrika und Gibraltar vorkommende Primat, der häufig als Haustier nach Europa verkauft werde, sei nun besser vor dem internationalen Handel geschützt, erklärte Ifaw-Experte Rikkert Reijnen.

Die noch bis zum 5. Oktober dauernde Konferenz in Südafrika findet auf der Grundlage des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) statt, das 1973 ausgehandelt wurde und 1975 in Kraft trat. Es regelt den weltweiten Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten.

(SDA)