Herzlicher Empfang für den Bundesrat in Lenzburg

Mit einem Bad in der Menge hat der Bundesrat am Donnerstag den ersten Tag der traditionellen "Schulreise" im Heimatkanton von Bundespräsidentin Doris Leuthard abgeschlossen. Die Bevölkerung bereitete der Landesregierung einen herzlichen Empfang.
06.07.2017 18:20

Mehrere hundert Personen fanden sich in der herausgeputzten Altstadt ein, um mit den Bundesratsmitgliedern gemeinsam zu essen. Auf der Speisekarte stand bodenständige Kost, die von den Landfrauen zubereitet wurde. Zum Dessert durfte natürlich die obligate "Aargauer Rüeblitorte" nicht fehlen.

Viele der Besucher liessen sich die Chance nicht entgehen, mit den sieben Mitgliedern der Landesregierung ins Gespräch zu kommen. Die Magistraten kamen kaum nach, die vielen Hände zu schütteln. Vor allem aber gefragt waren Selfies und Gruppenbilder mit dem hohen Besuch aus Bern.

Die sieben Bundesratsmitglieder präsentierten sich dem Volk in Strohhüten und in betont lockerer Stimmung. Bekommen hatten sie die Hüte im Freiamt, in der engeren Heimat der Bundespräsidentin. Diese hatte am Nachmittag einen Workshop in einem Strohhut-Betrieb organisiert.

Leuthard hatte ein ambitioniertes Programm zusammengestellt. Zum Auftakt führten die beiden Bundesrätinnen und fünf Bundesräte in Zofingen Gespräche mit Lehrpersonen über den "heutigen Unterricht und den Einbezug der Digitalisierung".

Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung, zeigte sich vor allem beeindruckt vom anschliessenden Besuch im Hightech Zentrum Aargau in Brugg-Windisch. Der Bundesrat liess sich dort über verschiedene Projekte der Nanotechnologie und 3D-Drucker informieren.

Sie wolle ihren Amtskollegen zeigen, wie facettenreich der Aargau sei. Der Kanton werde immer wieder unterschätzt, sagte Leuthard am Mittag im Gespräch mit Journalisten auf der Linden-Terrasse auf Schloss Wildegg.

Auf der Wildegg nahm der Bundesrat zusammen mit dem Aargauer Regierungsrat auch das Mittagessen ein. Das Schloss habe für den Aargau Symbolwert, sagte Leuthard. Der Bund hatte die Schlossanlage in Möriken 2011 für einen Franken dem Kanton "verkauft". "Mega stolz" ist Doris Leuthard auch, dass auf der Wildegg die nach ihr benannte Rose gezüchtet wird.

Seit 1957 führt die Bundesratsreise in den jeweiligen Heimatkanton der amtierenden Bundespräsidentin oder des amtierenden Bundespräsidenten. Bereits im ersten Präsidialjahr 2010 hatte Doris Leuthard ihre Kolleginnen und Kollegen in den Aargau geführt.

Diesmal wird die Landesregierung auf Wunsch der Bundespräsidentin am zweiten Tag auch dem Kanton Obwalden ihre Aufwartung machen. Geplant ist am Freitag eine Begegnung mit der Bevölkerung auf dem Dorfplatz von Sarnen.

(SDA)