IEA rechnet bei erneuerbaren Energien mit Investitionsschub

Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) ist auch in den kommenden Jahren mit starken Schwankungen der Ölpreise zu rechnen. Experten sehen erneuerbare Energien auf dem Vormarsch.
16.11.2016 14:54

"Wir stehen am Beginn einer Periode mit einer hohen Volatilität", sagte IEA-Direktor Fatih Birol am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Weltenergieausblicks. Die Preisschwankungen erklärte die IEA unter anderem damit, dass die Ölpreise künftig wieder stärker auf geopolitische Entwicklungen reagieren könnten.

In einem bis 2040 angelegten Szenario geht die IEA zwar davon aus, dass die globale Energienachfrage um 30 Prozent steigen wird. Nach Einschätzung von Rohstoffexperten stellen die hierfür notwendigen Investitionen die Ölindustrie aber vor grosse Herausforderungen.

Es stelle sich die Frage, ob es für Investoren Sinn ergebe, ihre Erträge aus dem Ölgeschäft in neue Projekte zu stecken, die mit immer höheren Kosten verbunden sind, sagte James Leaton, Experte bei der Londoner Denkfabrik Carbon Tracker Initiative.

Stattdessen könnten die erneuerbaren Energien profitieren. "Die klaren Gewinner in der Entwicklung der kommenden 25 Jahre sind Erdgas und vor allem Wind- und Solarenergie", sagte Fatih Birol weiter. Dagegen werde Kohle seine Spitzenstellung unter den Energieträgern verlieren.

"Ein grosser Teil der künftigen Investitionen geht in Kapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien", hiess es weiter im Energieausblick. Die IEA-Experten schätzen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an den Gesamtinvestitionen bei knapp 20 Prozent liegen dürfte.

Laut IEA wird die sogenannte Fracking-Technik weiter eine wichtige Rolle für die Ölpreise spielen. Sollten die Preise kurzfristig steigen, könne die aus Ölschiefer gewonnene Fördermenge schnell erhöht werden und für mehr Angebot auf dem Weltmarkt sorgen.

Derzeit herrscht am Ölmarkt ein Überangebot, die Preise standen deswegen zuletzt tendenziell unter Druck. Vor allem die USA setzen stark auf Ölförderung mit dem umstrittenen Fracking. Nach Einschätzung der IEA dürfte die Produktion im Land steigen.

Weltweit dürfte auch die Nachfrage nach Öl wachsen, so die Experten. Indes erwarten sie einen Rückgang des Treibstoffverbrauchs durch Autos. Die Zahl der Fahrzeuge werde sich zwar in den kommenden 25 Jahren etwa verdoppeln, hiess es im Energieausblick. Ein geringerer Treibstoffverbrauch moderner Autos und eine steigende Zahl von Elektroautos werde aber den Ölverbrauch senken.

(SDA)