Im Nationalrat hat die Debatte über die Steuervorlage begonnen

Im Nationalrat läuft die Debatte über die Steuervorlage 17. Es geht um die Abschaffung international nicht mehr akzeptierter Steuerprivilegien. Umstritten sind die Begleitmassnahmen.
12.09.2018 08:00

Der erste Anlauf, die Unternehmenssteuerreform III, hat im Februar 2017 an der Urne Schiffbruch erlitten. Das Nachfolgeprojekt, die Steuervorlage 17, gleicht der gescheiterten Reform zwar in vielen Teilen. So sind weiterhin eine Patentbox oder hohe Steuerabzüge für Forschungsaufwand vorgesehen. Ziel ist es, damit die Abwanderung von Firmen zu verhindern.

Doch der zweite Anlauf enthält als soziale Ausgleichsmassnahme auch eine Finanzspritze von rund zwei Milliarden Franken für die AHV. So hoch werden die jährlichen Ausfälle durch die Steuervorlage 17 geschätzt. Der Ständerat hat dieser Lösung mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Im Nationalrat ist sie umstritten. Für die SVP enthält der so genannte AHV-Steuerdeal sachfremde Elemente. Sie will die Vorlage zur Überarbeitung an den Ständerat oder an die Kommission zurückschicken. Geschlossen tritt die Fraktion aber nicht auf. Rund ein Drittel der SVP-Abgeordneten halten die Vorlage für zu wichtig, um sie noch einmal an die Wand zu fahren.

Auch die BDP und die GLP haben Vorbehalte gegen die Verknüpfung mit der AHV. Doch auch sie werden am Ende wohl nicht geeint dagegen stimmen. Die Grünen wollen die Steuerreform und den AHV-Zuschuss wenigstens in separaten Vorlagen unterbringen, um dem Stimmvolk einen differenzierten Entscheid zu ermöglichen.

CVP, FDP und SP hingegen stehen nahezu geschlossen hinter der Lösung des Ständerats, letztere unter gewissen Bedingungen. Die drei Fraktionen können der Steuervorlage aus eigener Kraft zum Durchbruch verhelfen. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats beantragt nur geringfügige Korrekturen am Projekt des Ständerats. Dazu gehören zusätzliche Ausnahmen von der Einschränkung des Kapitaleinlageprinzips.

Die ersten rund zwei Stunden sind der Eintretensdebatte gewidmet. Danach folgt die Diskussion über die zusätzlichen Mittel für die AHV. Der Entscheid, ob der AHV-Steuerdeal in einer oder zwei Vorlagen untergebracht wird, fällt im Lauf des Morgens.

Der Nationalrat hat auch den Nachmittag für die Steuervorlage 17 reserviert. Die Räte wollen diese noch in dieser Session unter Dach und Fach bringen. Am nächsten Montag ist schon wieder der Ständerat am Zug.

(SDA)