Im Zoo Basel ist der Schimpansenjunge Obaye zur Welt gekommen

Im Zoo Basel haben die Schimpansen Nachwuchs bekommen. Der jüngste Spross heisst Obaye und erlebt gerade die Anfänge einer mindestens siebenjährigen Forschungszusammenarbeit zwischen der Universität Neuenburg und dem Zoo Basel.
19.10.2017 09:28

Obaye, der am 27. September geboren wurde, ist der Sohn der 24-jährigen Schimpansin Kitoko, wie der Zoo Basel am Donnerstag bekannt gab. Insgesamt umfasst die Schimpansengruppe im Zoo zwölf Tiere.

Eine Gruppe von Forschern der Universität Neuenburg unter der Leitung von Professor Klaus Zuberbühler erforscht derzeit im Zoo Basel, wie Menschenaffen kommunizieren und lernen und wie das Gedächtnis beeinflusst wird.

Dazu erscheinen auf einem Bildschirm im Gehege Aufgaben. So soll der Schimpanse beispielsweise ein Bild von einem Baum unter anderen Objekten wiedererkennen. Tippt er auf dem Touchscreen die richtige Lösung, erhält er automatisch eine kleine Belohnung.

In einem nächsten Schritt wird getestet, ob sich die Fähigkeit, das Bild wiederzuerkennen, ändert, wenn es von einer Lautäusserung begleitet wird. Nach und nach wollen die Forscher den Affen komplexere Aufgaben stellen.

Damit die Schimpansen überhaupt den Umgang mit dem Bildschirm lernen, wurde mit einer einfachen Aufgabe gestartet: Leuchtete der Bildschirm grün und der Schimpanse tippte auf den Touchscreen, gab es bereits eine Belohnung.

Insgesamt ist der Zugang zum Bildschirm für die Schimpansen auf zwei Stunden pro Werktag beschränkt. Am Wochenende haben sie "frei", was aber weniger mit der Arbeitsbelastung der Schimpansen zu tun hat als mit jener der Forscher.

Mitmachen darf jedes Mitglied der Schimpansengruppe, dem es Spass macht, die Aufgaben zu lösen. Wer keine Lust habe, könne den Bildschirm auch einfach ignorieren, schreibt der Zoo.

So ist denn das Interesse ganz unterschiedlich: Während sich einige der Basler Schimpansen eifrig ihre Belohnung abgeholt haben, interessierte sich der zwölfjährige Colebe lediglich für die gestellten Aufgaben, den Leckerbissen hingegen liess er liegen.

Die Mutter von Obaye dagegen zeigt überhaupt kein Interesse am Bildschirm und beschäftigt sich vor allem mit ihrem Nachwuchs.

Demnächst sollen auch die Gehege der Gorillas und Orang-Utans mit einem Bildschirm bestückt werden. Auf diese Weise sollen die kognitiven Fähigkeiten der drei Primatenarten verglichen werden.

Damit die Forscher überhaupt in die Nähe der Menschenaffen gelangen konnten, wurden sie von den Tierpflegern im Zoo ausgebildet. Die Forscher helfen im Gegenzug auch bei der täglichen Tierpflege mit, denn nicht nur die Menschenaffen, sondern auch die Tierpfleger stellt die Zusammenarbeit mit der Universität vor neue Aufgaben.

(SDA)