Internationaler Währungfonds - Verletzter durch explodierten Brief im Pariser IWF-Büro

Bei der Explosion einer Briefbombe im Pariser Büro des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist am Donnerstag eine Mitarbeiterin verletzt worden.
16.03.2017 14:31
Der Eiffelturm in Paris. Im IWF-Büro in der französischen Hauptstadt ist eine Briefbombe explodiert.
Der Eiffelturm in Paris. Im IWF-Büro in der französischen Hauptstadt ist eine Briefbombe explodiert.
Bild: Pixabay

Der Brief sei mit der Post gekommen und habe einen selbst gebauten Sprengsatz enthalten, teilte der Pariser Polizeichef Michel Cadot mit. Aus Polizeikreisen verlautete, die IWF-Mitarbeiterin sei im Gesicht und am Arm verletzt worden, Lebensgefahr bestehe nicht. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

In den vergangenen Tagen habe es Telefondrohungen gegeben, doch sei nicht klar, ob eine Verbindung zum Vorfall beim IWF bestehe, sagte Cadot. IWF-Chefin Christine Lagarde sprach von einem "feigen Gewaltakt". Der IWF werde seine Arbeit fortsetzen. Präsident Francois Hollande erklärte, es werde alles getan, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen.

Griechische Extremisten schicken Schäuble Paketbombe

Am Mittwoch war bereits am deutschen Bundesfinanzministerium in Berlin ein Paket mit Sprengstoff abgefangen worden. Inzwischen haben sich griechische Extremisten zur Absendung des Pakets an Schäuble bekannt. 

"Wir sind immer noch zornig. Wir haben das Paket an Deutschlands Finanzminister als Teil des zweiten Akts des Nemesis-Plans geschickt", hiess es in einer am Donnerstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Gruppe "Verschwörung der Feuerzellen". "Nichts ist vorüber, alles geht weiter." Was der Nemesis-Plan bedeutet, wurde nicht mitgeteilt. Die Polizei geht davon aus, dass das Bekennerschreiben authentisch ist. Finanzminister Wolfgang Schäuble ist in Griechenland sehr unbeliebt. Er gilt als Hardliner bei den Sparforderungen der internationalen Gläubiger des Landes.

Die griechische Extremistengruppe hatte sich 2010 zur Absendung einer ganzen Reihe von Paketbomben an ausländische Botschaften in Athen bekannt. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise 2009 wird sie für rund 150 Straftaten verantwortlich gemacht.

(Reuters)