Insolvenzverfahren über zerschlagene Air Berlin eröffnet

Das Amtsgericht Charlottenburg hat kurz nach dem Ende des Flugbetriebs der Air Berlin die Insolvenzverfahren über die Gesellschaften der Pleite-Airline eröffnet. Das Gericht habe Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet, teilte Air Berlin am Mittwoch mit.
01.11.2017 13:16

Dabei handelt es sich formal um drei Insolvenzverfahren - für die Aktiengesellschaft Air Berlin PLC, für die Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG und für die Air Berlin Technik GmbH.

Seit dem Insolvenzantrag am 15. August liefen vorläufige Insolvenzverfahren. Mit Eröffnung des regulären Verfahrens können nun die Gläubiger ihre Forderungen geltend machen.

Den Flugbetrieb hatte Air Berlin bereits am Freitag vergangener Woche eingestellt.Die zweitgrösste deutsche Airline hatte am 27. Oktober den Betrieb eingestellt, nachdem Mitte August mangels weiterer Finanzspritzen vom Grossaktionär Etihad Airways die Pleite bei Gericht gemeldet werden musste.

Mit einem Überbrückungskredit vom Staat über 150 Millionen Euro im Rücken konnte sich das Unternehmen so lange in der Luft halten, bis für einen grossen Teil des Flugbetriebs Kaufverträge mit der Lufthansa und dem britischen Billigflieger EasyJet geschlossen waren.

Für einen Teil des Wartungsgeschäfts von Air Berlin fanden Insolvenzverwalter Carsten Flöther und der Air-Berlin-Generalbevollmächtigte Frank Kebekus die Bietergemeinschaft Zeitfracht/Nayak als neue Eigentümer.

Damit haben gut 4300 der rund 8000 Beschäftigten gute Aussichten auf einen neuen Arbeitsplatz. Etwa 1750 Beschäftigte des Bodenpersonals und der Technik können in Transfergesellschaften nach neuen Arbeitgebern suchen. Hunderte verliessen Air Berlin bereits in den vergangenen Monaten. Ein kleines Team wird die Insolvenz abwickeln, was mehrere Jahre dauern kann.

Air Berlin war 1978 gegründet worden und hatte am 28. April 1979 den Erstflug von Berlin nach Mallorca gefeiert. Kritiker machten eine zu schnelle Expansion und ein verfehltes Geschäftsmodell für das Scheitern der Fluggesellschaft verantwortlich. Demnach wurde Air Berlin im Konkurrenzkampf mit Billigfliegern auf der einen Seite und Premium-Airlines wie der Lufthansa auf der anderen Seite zerrieben.

(SDA)