Institut für Weltwirtschaft - Inflation kehrt nach Deutschland zurück

Der deutschen Konsumenten müssen sich dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge auf wieder kräftiger steigende Preise einstellen.
09.03.2017 11:00
Einkaufspassage in der «Mall of Berlin», vielbelebt am späten Nachmittag.
Einkaufspassage in der «Mall of Berlin», vielbelebt am späten Nachmittag.
Bild: cash

Die Inflationsrate werde sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr bei durchschnittlich 1,8 Prozent liegen, erklärten die Forscher am Donnerstag. Im vergangenen Jahr betrug sie lediglich 0,5 Prozent. "Die Inflation kehrt zurück", betonten die Ökonomen. Hauptgrund dafür seien steigende Ölpreise, aber auch die gute Konjunktur.

Die höhere Teuerung nage an der Kaufkraft, die dadurch "spürbar geschmälert" werde, erklärte das IfW. Der private Konsum werde deshalb nicht mehr so stark zum Wirtschaftswachstum beitragen wie zuletzt. "Dafür nimmt der Investitionsaufschwung jedoch wieder Fahrt auf", erwartet das Institut. So sollten die Unternehmen wieder mehr Geld in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen stecken. "Zudem dürften die Exporte mit der allmählichen Belebung der Weltkonjunktur wieder zunehmend den Aufschwung stützen."

Das Bruttoinlandsprodukte dürfte deshalb in diesem Jahr um 1,7 Prozent und 2018 sogar um 2,0 Prozent zulegen, bekräftigten die Experten ihre bisherigen Prognosen. 2016 betrug das Plus 1,9 Prozent. "Die deutsche Wirtschaft driftet nach und nach in die Hochkonjunktur", sagte IfW-Experte Stefan Kooths. "Insgesamt gewinnt der Aufschwung zunehmend an Breite." Das macht sich auch in den Kassen der öffentlichen Haushalte bemerkbar. Sie dürften sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr Überschüsse von jeweils rund 20 Milliarden Euro einfahren, sagt das IfW voraus. 

(Reuters)