Irland hat sich vom Krisenland zum zweitreichsten EU-Land gewandelt

Irland ist das zweitreichste Land der EU. Nur in Luxemburg ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf höher, wie Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat zeigen. Erst vor einigen Jahren war Irland an die Grenze der Staatspleite geraten.
15.06.2016 12:56

2010 musste das Land mit internationalen Krediten gerettet werden. Vier Jahre später verliess es den Euro-Rettungsschirm und gilt inzwischen als Musterschüler unter den ehemaligen Euro-Krisenstaaten. Die Wirtschaft wächst, was sich auch in den am Mittwoch publizierten BIP-Zahlen von Eurostat spiegelt.

Irland liegt im Ranking der reichsten EU-Länder auf Platz zwei. Das BIP pro Kopf des Landes lag 2015 um 45 Prozent über dem Durchschnittswert der 28 EU-Länder. Nur Luxemburg kann dies toppen: Dort ist die Wirtschaftsleistung pro Kopf zweieinhalb mal so gross wie im Durchschnitt der EU.

Den dritten Rang belegen die Niederlande mit einer um 29 Prozent höheren Wirtschaftsleistung als der Durchschnitt. Danach folgen Österreich mit einem Plus von 27 Prozent und Deutschland mit 25 Prozent.

Als ärmstes Land der EU bildete Bulgarien einmal mehr das Schlusslicht. Dort lag das Bruttoinlandprodukt pro Kopf um 54 Prozent unter dem EU-Schnitt. In Rumänien und Kroatien lag die Wirtschaftsleistung um mehr als 40 Prozent unter dem Durchschnitt der 28 EU-Länder.

Gemessen an einem weiteren von Eurostat erfassten Wohlstandsindikator - dem tatsächlichen Individualverbrauch (TIV) pro Kopf - rangierte ebenfalls Luxemburg an der Spitze, gefolgt von Deutschland und Österreich. Der Individualverbrauch setzt sich aus Gütern und Dienstleistungen zusammen, die tatsächlich vom Haushalt konsumiert werden.

(SDA)