Israelische Luftwaffe greift Ziele im Gazastreifen an

Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist erneut gefährlich eskaliert. Als Reaktion auf Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel startete die israelische Luftwaffe Angriffe auf Ziele im Gazastreifen.
27.10.2018 09:09

Militante Palästinenser feuerten seit Freitag insgesamt 30 Raketen auf israelische Ziele, nachdem bei gewaltsamen Protesten an der Grenze vier Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden waren. In der Folge griff Israels Luftwaffe in der Nacht rund 80 Ziele in dem Küstenstreifen an, wie die Armee mitteilte.

Die Gewalt nährt die Sorge vor einem neuen Krieg. Die militärischen Flügel mehrerer palästinensischer Gruppierungen, darunter auch Hamas, hatten am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Bereitschaft zum Krieg erklärt. Ägypten bemüht sich gegenwärtig um die Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas.

Am Samstagmorgen feuerten militante Palästinenser erneut eine Rakete auf Israel ab. Wie zehn der zuvor abgefeuerten Geschosse sei die Rakete vom Abwehrsystem "Iron Dome" (Eisenkuppel) abgefangen worden, teilte die Armee mit.

Am Freitag hatten sich nach Militärangaben rund 16'000 Palästinenser an verschiedenen Orten an der Gaza-Grenze versammelt. Einige davon hätten Sprengsätze und Steine auf israelische Soldaten geworfen. Israels Luftwaffe habe während der Proteste drei Hamas-Posten im nördlichen Gazastreifen attackiert.

Seit Ende März wurden bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze mehr als 200 Palästinenser getötet. Die Demonstranten fordern eine Aufhebung der seit mehr als einem Jahrzehnt herrschenden Gaza-Blockade sowie eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in Gebiete, die heute zu Israel gehören.

Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Elektrizität. Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft.

(SDA)