Italienische Banken bauen in grossem Umfang faule Kredite ab

Die italienischen Banken haben im zweiten Quartal in grösserem Umfang faule Kredite abgebaut als Banken in anderen Euro-Ländern. Insgesamt verringerten sie ihren Altbestand an Problemdarlehen in Italien um rund ein Fünftel auf 212 Milliarden Euro.
24.10.2017 14:18

Dies geht aus Daten der EZB-Bankenaufsicht hervor. Insgesamt schleppten Banken in der Euro-Zone als Hinterlassenschaft der Finanz- und Wirtschaftskrise noch 844 Milliarden Euro an faulen Krediten mit sich herum - rund acht Prozent weniger als im ersten Quartal 2017. Auf Italien entfällt immer noch rund ein Viertel.

Der riesige Berg fauler Kredite ist eine der grössten Probleme der europäischen Branche. Denn damit nimmt tendenziell die Bereitschaft der Banken ab, neue Darlehen auszugeben, was das Wirtschaftswachstum bremst.

Die EZB-Aufsicht hatte erst kürzlich neue Richtlinien veröffentlicht, wie Banken künftig mit neuen Problemkrediten umzugehen haben. Der Vorstoss ist allerdings in Italien auf heftige Kritik gestossen. Dort wird befürchtet, dass die Vorgaben Banken zu stark belasten und sie deshalb bei der Vergabe neuer Darlehen zurückhaltender agieren.

Richtlinien zum Umgang mit dem Altbestand an notleidenden Darlehen will die Aufsicht bis Ende des ersten Quartals 2018 vorstellen. Laut Notenbank-Insidern könnte die scharfe Kritik zur Folge haben, das die Bankenwächter die Vorschläge abmildern.

Für deutsche Institute ist das Problem weniger stark ausgeprägt. Im zweiten Quartal sassen sie den EZB-Daten zufolge noch auf notleidenden Krediten in Höhe von 65 Milliarden Euro - das sind rund sechs Prozent weniger als im ersten Quartal.

(SDA)