Jäger aus dem Ausland und anderen Kantonen im Wallis auf der Pirsch

Im Wallis sind im Herbst jeweils Jäger aus aller Welt auf der Pirsch nach Gämsen und Steinböcken. Die Warteliste für die Spezialjagd ist lang. Für den Kanton Wallis ist das ein lukratives Geschäft.
15.10.2017 09:00

Die Jäger kommen aus anderen Kantonen sowie aus Deutschland, Österreich, Spanien, Italien und sogar den USA und Südamerika ins Wallis. Sie brauchen dafür ein Jagdpatent aus der Schweiz oder dem Ausland, sagte Peter Scheibler, Leiter der Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Trophäenjäger dürfen sich nur in Begleitung von Walliser Wildhütern auf die Lauer legen. Einzig und allein der Wildhüter entscheidet, welches Tier geschossen werden darf. Entscheidend dafür sind Alter und Geschlecht der Gämsen und Steinböcke.

Die Gämsen werden bei der Spezialjagd normalerweise in grossen Banngebieten gejagt, in denen es sonst praktisch keine Regulation des Wildbestandes gibt, wie Scheibler sagte. In der Regel dürfen Jäger aus dem Ausland eine Gämsgeiss erlegen, in seltenen Fällen auch einen Gämsbock, dessen Bestände bereits während der Hochjagd reguliert werden.

Die Spezialjagd findet vor oder nach der Hochjagd statt. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem, weshalb manche Jäger mehrere Jahre warten müssen, bis ihnen ein Tier zugeteilt wird. Die Anzahl der zum Abschuss frei gegebenen Tiere schwankt von Jahr zu Jahr.

Entscheidend sind Faktoren wie ein harter oder ein milder Winter oder Krankheiten im Wildbestand, sagte Peter Scheibler. Im laufenden Jahr wurden 120 Steinböcke und rund hundert Gämse frei gegeben.

Die Preise für die Trophäenjäger sind happig. Der Abschuss einer Gämse oder einer Steingeiss - einem weiblichen Steinbock - kostet 2000 Franken. Für einen Steinbock fallen je nach Grösse des Geweihs bis zu 12'000 Franken an.

Die Einnahmen aus der Spezialjagd beliefen sich im Durchschnitt auf zwischen 400'000 und 500'000 Franken pro Jahr, sagte Scheibler. Die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere könne dank des Geldes das normale Jagdpatent auf einem vernünftigen Preis-Niveau halten.

Nach dem Abschuss gehört das Tier den Jägern. Gäste aus anderen Kantonen behalten in der Regel das ganze Tier. Jäger aus dem Ausland hingegen verkaufen wegen der langen Heimreise das Fleisch vor Ort und nehmen nur das Geweih mit nach Hause.

(SDA)