Japan kündigt scharfe Reaktion auf nordkoreanischen Raketentest an

Trotz mehrerer UNO-Resolutionen hat Nordkorea am Montag erneut eine Rakete abgefeuert. Es habe sich um eine Kurzstreckenrakete gehandelt, die nach sechs Minuten im Meer gelandet sei, teilte das US-Militär mit. Japan kündigte eine harte Reaktion auf den Abschuss an.
29.05.2017 02:35

Beim jüngsten Gipfel der sieben führenden Industrienationen am Wochenende sei vereinbart worden, Nordkorea als eine Top-Priorität für die internationale Gemeinschaft zu behandeln, sagte Japans Regierungschef Shinzo Abe wenige Stunden nach dem neuerlichen Raketentest Nordkoreas. "In Zusammenarbeit mit den USA werden wir gezielte Massnahmen ergreifen, um Nordkorea abzuschrecken", kündigte Abe an.

In Washington erklärte das Präsidialamt, US-Präsident Donald Trump sei über den jüngsten Test unterrichtet worden. Laut der südkoreanischen Agentur Yonhap berief Präsident Moon Jae In in Seoul umgehend eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein, um die Lage zu bewerten.

Nach Darstellung des südkoreanischen Militärs wurde die Rakete in der Nähe der nordkoreanischen Küstenstadt Wonsan gestartet. Das Projektil sei in östlicher Richtung geflogen. Der genaue Typ der abgefeuerten Rakete sei noch unklar, erklärte der südkoreanische Generalstab, möglicherweise habe es sich um eine Scud-Rakete gehandelt.

Die japanische Regierung reagierte mit einer Protestnote gegen den Raketentest, wie ein Regierungssprecher in Tokio mitteilte. Der Test habe ein Risiko für Schiffe und Flugzeuge in der Region dargestellt. Schäden habe es aber offenbar nicht gegeben, sagte der Sprecher.

Mehrere UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von Raketen, die je nach Bauart auch Atomsprengköpfe tragen können. Mit der jüngsten Rakete hat Pjöngjang allein im Mai bereits drei Raketen abgefeuert.

Pjöngjang hatte zuletzt am 21. Mai eine Mittelstrecken-Rakete ins Meer abgeschossen. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs war die Rakete nach dem Start im Westen das Nachbarlandes mehr als 500 Kilometer weit geflogen sei, bevor sie ins Japanische Meer (Ostmeer) stürzte. Davor hatte Nordkorea am 14. Mai eine noch stärkere Mittelstreckenrakete eines anderen Typs getestet.

Erst in der vergangenen Woche hatte das isolierte kommunistische Nordkorea erklärt, es habe eine ballistische Mittelstreckenrakete erfolgreich getestet und zur Serienreife gebracht.

Die Führung in Nordkorea hat seit dem vergangenen Jahr Atomversuche und zahlreiche Raketentests durchführen lassen, durch die sich vor allem Südkorea und das G7-Mitglied Japan bedroht fühlen. US-Präsident Trump hat im Gegenzug einen Militärschlag gegen das ostasiatische Land nicht ausgeschlossen.

Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

(SDA)