Jungsozialisten stellen sich bei Rentenreform gegen Mutterpartei

Die Schweizer Jungsozialisten verweigern ihrer Mutterpartei bei der Rentenreform die Gefolgschaft. Die Mehrheit der JUSO-Delegierten sprach sich an ihrer Versammlung in Wohlen AG gegen die Altersvorsorge 2020 aus.
06.05.2017 20:48

Der Entscheid fiel am Samstag mit 74 Nein- zu 12 Ja-Stimmen, wie die Jungsozialisten am Samstagabend mitteilten. Die Jungpartei beschloss ausserdem, dem linken Referendumskomitee beizutreten.

Die JUSO wehrt sich gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters und gegen die Senkung des Umwandlungssatzes, wie sie schreibt. Die Pensionskassen seien kein Zukunftsmodell. "Obwohl immer mehr in diese teure Versicherung einbezahlt wird, schrumpfen die Renten seit Jahren", heisst es in der Mitteilung.

Es sei ein linkes Nein, ein Nein derer, die im Grunde die AHV geschaffen hätten und sie zu einer starken Versicherung gemacht hätten, sagte JUSO-Vizepräsidentin Muriel Waeger zum Westschweizer Radio RTS.

Deutlich hinter die AHV-Reform gestellt hatte sich hingegen die Parteibasis der SP. In einer Urabstimmung im April sprachen sich über 90 Prozent der teilnehmenden SP-Mitglieder für die Vorlage aus. Auf der Befürworterseite finden sich neben der SP auch die grossen Gewerkschaften und der Schweizerische Gewerkschaftsbund.

Gewerkschaften aus der Westschweiz bekämpfen die Reform mit einem Referendum. Abgestimmt wird am 24. September.

Zentrale Elemente der Rentenreform sind die Anhebung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre, die Senkung des Umwandlungssatzes in der obligatorischen beruflichen Vorsorge von 6,8 auf 6 Prozent und die Erhöhung der AHV-Renten für Neurentner um 70 Franken als Kompensation. Finanziert werden soll die Rentenreform mit einer Mehrwertsteuererhöhung von 0,6 Prozent.

Die JUSO kündigte am Samstag zudem an, im August eine neue Initiative zu lancieren. Diese verfolge das Ziel, Kapitaleinkommen verstärkt zu besteuern "und mit dem Ertrag die arbeitende Bevölkerung zu entlasten", wie es heisst.

(SDA)